Nun haben wir ihn!
Ab 01.01.2009 gibt es ihn, den Gesundheitsfonds. Die starken Damen unserer Regierung
Frau Dr. Merkel und Frau Schmidt haben ihn uns Bürgern freundlicherweise, aber
wahrscheinlich absichtslos verschafft. Sicherlich haben sie das Beste gewollt,
aber da CDU und SPD grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen von der Finanzierung
des Gesund- heitswesens hatten, haben die Damen hier einen Kompromiß verkuddelmuddelt,
von dem man heute schon weiß, daß er nicht funktionieren kann. Mit dem Erlaß
neuer Gesetze hat diese Koalitionsregierung ohnehin ihre Probleme. Nur zu oft
muß das Bundesverfassungsgericht regulierend eingreifen!
Was bewirkt nun der Fonds?
Zunächst fließen alle Beitragsgelder und Arbeitgeberanteile in den Fonds. Auch
noch Steuergelder, um die Fehlsumme zum errechneten Etat auszu- gleichen. Reicht
das Geld dann immer noch nicht, darf die jeweilige GKV eine zusätzliche Prämie
erheben. Für alle Versicherten wurde der Tarif auf eine Einheitsprämie von 15,5
% angehoben. Das bedeutet, daß alle VN, die bisher eine günstige KV hatten,
mit einer Mehrbelastung bestraft werden, die ihnen jedoch keine Mehrleistung
garantiert. Wenn nun Frau Merkel und Frau Schmidt von Wettbewerb unter den Kassen
reden, weiß ich nicht, was sie meinen, denn den haben sie gerade eliminiert.
Vielmehr haben sie eine Gleichmacherei betrieben, die man auch boshaft als "DDR-light"
bezeichnen könnte. Aus diesem Fonds sollen nun alle GKV für ihre Mitglieder
den gleichen Betrag bekommen. Es sei denn, man weist chronisch kranke Patienten
nach. Dann gibt es einen beträchtlichen zusätzlichen Obulus. Und damit hat sich
diese Regierung wie üblich ein neues Problem geschaffen. Die Mitarbeiter der
GKV schwärmen aus, besuchen die Ärzte und fahnden nach chronisch kranken Patienten.
Jeder Arzt mit Geschäftssinn erkennt sofort, daß man - wenn es sich lohnt -
aus einem normalen Patienten per Computer-Klick einen chronisch Kranken machen
kann. Also trägt der Fonds ungewollt zur Erhaltung der Krankheit bei. Das Wort
"Heilung" ist nunmehr bei den Kassen unerwünscht, weil es den Etat schmälert.
Dies ist eine ganz bedenkliche Entwicklung. Nicht nur, weil wir bald ein Volk
von Kranken sind, sondern auch weil die Summe im Fonds bei diesen Zusatzleistungen
nicht reichen wird und der Steuerzahler erneut zur Kasse gebeten wird.
Als ich so über diese Misere nachdachte, fiel mir eine Anekdote ein, die zu
diesem Dilemma passen könnte:
"Als die englische Kolonialmacht Indien verwaltete, konnte sie der Schlangen-
plage nicht Herr werden. Deshalb kam sie auf den Gedanken, den Ein- heimischen
für jede getötete Schlange eine hübsche Rupien-Prämie zu zahlen. Was machten
die Inder ? Sie züchteten Schlangen. Als die Engländer dahinter kamen, strichen
sie die Prämie, worauf die Inder ihre Zuchtschlangen kriechen ließen. Es gab
nun weitmehr Schlangen als zuvor".
Man nennt dies heute noch den Kobra-Effekt.
Hoffen wir, daß er den Damen Dr. Merkel und Schmidt mit ihrem Fonds erspart
bleibt.
Hoffen wir es vor allem für die Bürger, denn sie würden die Folgen treffen!
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