Das ist hier die Frage. Ich möchte Ihnen drei Fälle schildern,
wie Funktionäre mit ihren Mitgliedern umzugehen pflegen. Ihnen will ich es dann
überlassen, diese Vorgänge einzuschätzen.
Weil ich meine ehrenamtliche Verbandsarbeit so verstehe, dass ich unseren Mitgliedern
bei allen Berufsproblemen zu helfen versuche, haben mich diese Fälle besonders
irritiert. Daß die Kollegenschaft an der Basis für viele Verbände nur Beitragszahler
sind und sonst keinerlei Wahrnehmung bekommen, ist mir nicht neu. Aber diesmal
möchte ich darüber berichten. Vielleicht stimmt es viele von uns doch etwas
nachdenklich.
Fall 1) Ein versierter Kollege aus Süddeutschland mit über 30jähriger
Praxiserfahrung, der in der dortigen Region als Referent immer sehr gefragt
ist, bekam am 10.11.06 eine Anfrage der DDH, ob er am 14./15.04.07 auf dem Heilpraktiker-Tag
in Essen referieren könne. Das vereinbarte Vortragshonorar € 500,-- und Spesen
würden von der Pharmafirma Wörwag gesponsert. Am 01.03.07 wurde der Termin von
den DDH bestätigt. Als der Referent seine Abrechnung über insgesamt € 934,--
bei der Firma Wörwag einreichte, bekam er von dort am 03.05.07 die Antwort,
es müsse sich wohl um eine Verwechslung handeln. Man habe für die Tagung in
Essen kein Referat gesponsert. Daraufhin wandte sich der Kollege, der auch Gründungsmitglied
der UDH Rheinland-Pfalz ist, mit Schreiben vom 09.05.07 an seine Präsidentin.
Als von dort weder Antwort noch Erledigung erfolgte, schrieb er am 20.06.07
an den großen Präsidenten Zizmann, der ja immerhin 20.000 Hps vertritt. Von
dort kam am 21.06.07 die Antwort, sein Anliegen sei nicht verständlich, wo er
doch von der Firma Wörwag gesponsert würde. Weder DDH noch gar FDH hätten damit
etwas zu tun. Eine Auskunft, wer das Sponsern mit Wörwag vereinbart haben will,
gab es nicht. Es folgten noch einige Schreiben an den Präsi9denten Zizmann,
die bislang keine Beantwortung fanden (09.01.08, 24.06.08). Folglich wandte
sich der inzwischen genervte Referent nochmals telefonisch an seine Präsidentin
(UDH) und bekam dort zu hören, man sei bereit, ihm € 300,-- zu gewähren. Damit
sei er gut bedient.
Das ist er tatsächlich!
Er wird nie wieder auf einem Hp-Tag referieren, zumal wenn dort nicht einmal
das Honorar des Vortragenden aufgebracht werden kann. Veranstaltungen mit "roten
Zahlen" sollte man deshalb besser vermeiden. Wenn aber aus Gründen der Gewinnmaximierung
- für wen auch immer ? - nicht gezahlt wurde, ist das Verhalten mit "schamlos"
noch milde beschrieben.
Fall 2) ereignete sich auf dem Heilpraktiker-Kongreß in Karlsruhe, für
den sich die DDH absolute Harmonie verordnet hatten. Alle Hps lieben sich! Verantwortlich
Für die Organisation der Veranstaltung war der VDH erstmals unter Feder-führung
des Vize-Vorsitzenden Hp Kropmanns, der nach dem Ableben der Diamand-gewordenen
Lichtgestalt für den Rest der Legislaturperiode die Amtsgeschäfte leitet. Nur
die Tagungsdevise "Harmonie" müssen einige Funktionäre missverstanden haben.
Hinter den Kulissen war sie jedenfalls nicht vorhanden.
Der VDH hatte seinen Vorstand und Beirat nach Karlsruhe geladen, um Angemessener
zu repräsentieren. So reiste auch ein Beirat aus Niedersachsen an, der mit dem
verstorbenen Präsidenten eng befreundet war, ihn bis zu seinem Tode medizinisch
versorgt hat und dem Verband über 25 Jahre angehört. Er ist bekannt dafür, dass
er eine eigene Meinung hat und die auch zu sagen wagt. Ebenso ist es kein Geheimnis,
dass er die ungeschickten Führungsversuche des Stellvertreters kritisch sieht
und immer wieder erleben muß, dass diesem die Schuhe seines Vorgängers viel
zu groß sind. Diese Einstellung des Beirates muß sich in Karlsruhe schnell herumge-
sprochen haben, denn er wurde abends im Restaurant seines Hotels von Spitzenfunktionären
der DDH ungebührlich angepöbelt. Anschließend wurde ihm von seinem Vize-Vorsitzenden
mitgeteilt, dass er am nächsten Tag Eintritts- karten abzureißen habe. Der Beirat
fühlte sich nun absolut provoziert und gedemütigt.Er fuhr mit dem nächsten ICE
wieder nach Hannover. Wenn man volle Verbandskassen hat, kann man Beitragsgelder
leichtfertig verschleudern und sich derart teure Kartenabreißer leisten.
Fall 3) Tatort: ebenfalls Hp-Tag Karlsruhe.
Die ständig Abmahnverfahren betreibende Präsidentin der UDH versammelte in einem
separaten Raum Mitglieder und Funktionäre um sich und erteilte dem von ihr vielbeschäftigten
RA T. das Wort. ‚Dieser ereiferte sich über einen erfolgreichen Hp, der eigentlich
jedermann durch seine fachlich hervorragenden Vorträge und Bücher bekannt sein
dürfte. Er unterstellte ihm gravierende Wettbewerbsverstöße, ja sogar betrügerische
Handlungsweise und forderte die Zuhörer auf, den beklagten Kollegen künftig
zu meiden, sonst würden sie dafür bittere Konsequenzen zu tragen haben, drohte
er.
Als die stellvertretende Vorsitzende des BDHN widersprach und den schutzlos
Beschuldigten einen lieben netten Freund und integren Kollegen nannte, wurde
sie in rüder Form mundtot gemacht. Später entschuldigte sich die Frau Präsidentin
im Kollegenkreis, der RA T. sei ihr leider "aus dem Ruder gelaufen".
Ob wir so, liebe Leser, unseren Berufsstand führen wollen, dürfen Sie ent- scheiden,
denn Sie wählen künftig Ihre Funktionäre.
Für Sie mögen dies jetzt Einzelfälle sein. Ich weiß jedoch, dass dem nicht so
ist.
Wie lautet nun Ihr Urteil: Normalfall, Vorfall oder Unfall ?