Am 10.09.08 haben die ersten sieben Praxen unseres Verbandes
ihr Zertifikat nach Iso 9001 bekommen. Wir gratulieren diesen KollegInnen ganz
herzlich.
Was bedeutet diese Zertifizierung nun für eine Naturheilpraxis? Bisher war unser
Image in der Öffentlichkeit eher negativ. Man rückt uns immer wieder in die
Nähe von Hexer, Heiler und Scharmanen, wie es ja auch ein prominenter FDH-Spitzenfunktionär
in der Bild-Zeitung kund tat. Durch derart schlechte PR oder gar keine nimmt
man unseren Berufsstand einfach nicht richtig wahr. Hinzu kommt, daß uns immer
wieder vorgehalten wird, wir hätten keine geregelte Ausbildung und seien deshalb
bestenfalls Quacksalber, die nur mit Placebos hantieren würden. Eventuelle Heilerfolge
seien rein zufällig.
Unser kleiner Verband kämpft seit Jahren gegen dieses Negativ- Image an. Wir
wollen gut ausgebildete Mitglieder, die in ihren Praxen einen hohen Qualitätsstandard
haben. Keinesfalls aber streben wir eine Kopie von Arztpraxen an. Schon im Ambiente
sollen sich unsere Räumlichkeiten unterscheiden und den Patienten sofort Geborgenheit
vermitteln. Aber von einer zertifizierten Praxis wird verlangt, daß sie ein
straffes Management führt, in dem alle Abläufe kontrolliert geregelt sind. Das
betrifft die kaufmännisch-wirtschaftliche Organisation, die Personalführung
- soweit erforderlich -, Praxishygiene und nachvollziehbare Leitfäden für die
jeweils angebotenen Therapien. Alles wird in einem Handbuch fixiert, das jährlich
mit einem Kontrollaudit überprüft wird. Wir haben somit eine "gläserene" Praxis.
Alles ist überschaubar, sowohl für unsere Patienten als auch für unsere Aufsichtsorgane.
Das Handbuch gibt zudem Auskunft darüber, wie sich der Therapeut weiterbildet.
Der Einstieg in dieses Zertifizierungssystem war nicht einfach. Zunächst hatten
wir jahrelang verhandelt, um schließlich für Ausbildung im Qualitätsmanagement
und für das anschließende Audit einen Preis zu erzielen, der für die Mehrzahl
der Hp erträglich ist. Würden alle Verbände die Zertifizierung aufgreifen und
damit eine flächendeckende Qualitätssicherung betreiben, wäre das sicherlich
für eine noch geringere Gebühr möglich, die letztlich für uns alle erschwinglich
wäre.
Gespräche, die unser Vorstand unlängst mit Politikern hatte, haben wieder einmal
aufgezeigt, daß man uns Hp in der Gesundheitspolitik nur akzeptiert, wenn wir
einen Qualitätsnachweis erbringen. Dieser Meinung werden sich nach und nach
auch alle Leistungsträger (PKV, Beihilfe, Post) anschließen. Deshalb können
wir unsere wirtschaftliche Zukunft nur sichern, wenn wir den Qualitätsstandard
unserer Praxen belegen können!