Sehr geehrter Herr Schächter,
wir haben lange gezögert, Ihnen zu der o.g. Sendung unseren Protest zu sagen.
Eigentlich sollte man bestellten (?) Schmieren-Journalismus, der einige Strömungen
in unserer momentanen Gesundheitspolitik hofieren will, keinerlei Beachtung
schenken. Doch unsere Verbandsmitglieder - gleichsam Zwangsgebührenzahler des
öffentlich-rechtlichen Fernsehens - erwarten von uns, daß wir Sie, sehr geehrter
Herr Intendant, auffordern, macht Ihres wohl- dotierten Amtes derartige Verunglimpfungen
eines ehrbaren Berufsstandes, dessen Mitglieder tagtäglich kranken Menschen
helfen, zu verhindern. Wie Sie bereits den vielen Zuschriften entnehmen konnten,
ist hier von Ihrem Herrn Bublath ein Pamphlet konstruiert worden, das jegliche
sorgfältige Recherche vermissen läßt. Alles Placebo oder wie?!
Wir wollen an dieser Stelle nicht die unsägliche Sendung aufbröseln und diese
Volksverdummung im einzelnen widerlegen. Dazu nur soviel:
Wer die Homöopathie nicht begriffen hat, sollte nicht darüber öffentlich faseln.
Außerdem lassen wir uns nicht gern mit (Wunder-) Heilern, auch wenn ihnen in
Deutschland höchstrichterlich Berufsfreiheit gestattet wurde, in einen Topf
werfen. Ebensowenig mit dem Spitzen-Vitamin-Pillen-Verkäufer Dr. med. Rath..
Unter dem Begriff "Heilpraktiker" wurden 1939 alle naturheilkundlichen Therapeuten
zusammengefaßt. Seitdem wird unsere Arbeit durch ein Gesetz (HPG) geregelt.
Auch wenn uns darin kein festes Ausbildungsbild vorgeschrieben ist, erhalten
die Zulassung zur Heilkunde ohne Bestallung nur die besten Prüflinge (Durchfallquote
80 %). Es ist Verdienst der Heilpraktiker, daß jahrtausende alte Therapien noch
erhalten sind und den heutigen Patienten zugute kommen. Das Gleiche gilt für
die Rezepte der Äbtissin Hildegard von Bingen und für die Klostermedizin. Unser
Berufsstand hat sie bewahrt, pflegt sie und wendet sie zum Wohle der Menschen
an.
Was kann daran verkehrt sein? Warum lassen Sie zu, daß die Naturheilkunde -
Erfahrungsmedizin weit über 2.000 Jahre - im ZDF so herabgewürdigt wird?
An dieser Stelle erinnern wir uns an die Statuten, die sich das ZDF bei seiner
Gründung gab. Da ist u.a. zu lesen: "Das ZDF sichert durch seine unparteiliche
und unvoreingenommene Berichterstattung eine freie Meinungsbildung."
oder:
"Das ZDF garantiert vertrauenswürdige Information, basierend auf journalistischer
Arbeit höchste Qualität, Aktualität, Breite und analytischer Tiefe. "
Sollte Ihr Gründungsversprechen auch heute noch aktuell sein, hätte die von
uns beanstandete Sendung nie ausgestrahlt werden dürfen. Denn sie entspricht
in keiner Hinsicht den Kriterien, die Sie sich seinerzeit gegeben haben.
Deshalb erwarten unsere Mitglieder von Ihnen, daß sich im ZDF derartige Verunglimpfungen
unseres Berufsstandes nicht wiederholen. Ihre entsprechende Zusage haben wir
uns bis zum 05.10.07 vorgemerkt. Dann ließe sich eine rechtliche Auseinandersetzung
vermeiden. Wir erwarten auch, daß Sie "Journlalisten", die so unseriös - wie
in der beanstandeten Ausstrahlung - arbeiten, künftig nicht mehr be-schäftigen.
Sie entsprechen nicht dem ansonsten hervorragenden Niveau Ihres Senders. Eine
These aus dieser unsäglichen Sendung des Herrn Bublath möchten wir allerdings
bestätigen: "Wer heilt, hat Recht!"
Ihrer Antwort sehen wir mit großem Interesse entgegen.