Noch ganz frisch liegt vor uns das neue Jahr 2006, von dem
die Demoskopen sagen, dass ihm 45 Prozent der Bundesbürger hoffnungsfroh entgegensehen.
Und unsere Bundeskanzlerin rief dazu auf, den Vorsatz zu fassen, in diesem neuen
Jahr noch etwas mehr zu leisten.
Zählen wir uns zu den 45 Prozent der Optimisten, aber Mehrleistung muss auch
für uns auf dem Programm stehen. Das vergangene Jahr dürfte längst nicht alle
Wünsche erfüllt haben. Die politischen Turbulenzen haben uns geschadet, weil
verunsicherte Bürger ihr Geld festgehalten haben. So konnten nicht alle Praxen
die Vorjahresergebnisse erzielen. Folglich ist in diesem Jahr die kaufmännische
Seite unseres Berufes stärker zu beachten.
Gesundheitspolitisch waren die letzten 12 Monate für uns auch nicht erfreulich.
Das Problem "Procain/Lidocain" haben wir mit über den Jahreswechsel genommen.
Ist es auf dem politischen Weg nicht zu lösen, sollten sich alle Verbände zusammen
tun und den Rechtsweg beschreiten. Schließlich kann man uns Hp nicht für Behandlungsfehler
büßen lassen, die andere begangen haben.
Auch wenn ich mich wiederhole, haben wir über viele Jahreswechsel nun ein Problem
auch ins neue Jahr verschleppt: das Gutachterunwesen! Alle, die bisher davon
betroffen waren - viele wissen es leider gar nicht! - haben dadurch ungerechtfertigte
finanzielle Einbußen erlitten. Entweder Geld oder Patienten verloren. Der wirtschaftliche
Schaden, der sich hier für die Behandler/innen abzeichnet, dürfte unermesslich
sein. Seit über 20 Jahren verfolge ich diese "Bösachterei". Nun hat zwar vor
einigen Monaten der Funktionär des größten Vereins ebenso erkannt, dass es bei
uns einige "Bösachter" gibt, obwohl ich ihm schon vor Jahren sehr ausführlich
darüber berichtet hatte. Nur vermisse ich bis heute trotz seiner recht späten
Erkenntnis die Taten. Sicherlich kommt er dabei in eine Zwickmühle, denn zunächst
müsste er seinen Mitgliedern erklären, wie sein Verhältnis zu dem selbst ernannten
"Ober(un)gutachter" ist. Wird er ihn auch weiterhin als seinen Vizepräsidenten
beibehalten, der seit über 20 Jahren die Gefälligkeitsgutachterei für die PKV
gedeckt und sogar selbst betrieben hat. Und das alles unter klangvollen Titeln,
die er sich selbst zugelegt hat. Der Nachweis seiner Qualifikation zum medizinischen
Fachgutachter steht bis heute - wie bei seinen "Bösachter-Kumpeln" aus. Sollte
er nun - im neuen Jahr - weiterhin von seinem Präsidenten gedeckt werden, bleibt
uns der Bock als Gärtner erhalten. Ändern, liebe KollegInnen, können wir etwas,
wenn wir uns alle berufspolitisch mehr engagieren und unsere Zukunft selbst
bestimmen.
Wichtig ist dabei, dass wir unsere Leistungen auch für jedermann sichtbar dokumentieren.
Eine Zertifizierung unserer Praxen nach ISO 9001 verdeutlicht unsere Qualifikation
in der Naturheilkunde. Sie macht unseren Beruf zukunftssicher, auch wenn anfängliche
Kosten für den einen oder anderen eine Hemmschwelle sein könnten. Aber diese
Investition zahlt sich mit Bestimmtheit aus. Es ist eine der großen Aufgaben,
die es in diesem Jahr zu lösen gilt. Statt unsere Probleme zu bejammern, ist
es eine der Herausforderungen, die wir annehmen sollten. Gehören wir tatsächlich
zu den 45 Prozent Optimisten, wird es uns gelingen. Übrigens die Demoskopen
haben für dieses Jahr auch ermittelt, dass sich alle Menschen vor allem Gesundheit
wünschen. Wenn Sie dazu beitragen wollen, haben Sie alle Hände voll zu tun!
Also packen Sie es an!