Liebe Mitglieder,
das neue Jahr mag überall froh begonnen haben, aber Altlasten aus dem vergangenen
Jahr sind uns geblieben. Da ist zunächst die Zerstrittenheit der Verbände untereinander.
Auch in den DDH, die nur die „Guten“ vertreten, gibt es Streit und Zank. Vielfach
geht es dabei nur ums liebe Geld.
Jeder kämpft um seinen gut dotierten Posten. Bei den „Bösen“, das sind lt. Aussage
der Präsidentenrunde alle „Nicht-DDH-Hps“, gibt es für die Funktionäre vielleicht
Spesen, aber keine Aufwandsentschädigungen. Und insofern dies- bezüglich auch
keinen Streit.
Das Infoblatt „TOP-Heilpraktiker“ - herausgegeben vom Verband FH – hat nun einen
besonders bösen Feind des Berufsstandes ausgemacht:
die „EFN = European Federation for Naturopathie“. Unter diesem „scheinbar hochtrabenden
Namen“, so schreibt das Blatt, verbergen sich nur „einige offensichtlich Unbelehrbare“,
die mit „risikohafter Berufspolitik“ der Heilpraktikerschaft bewußt schaden.
Weiter geht’s: „Dieselben Flaschen, nur das Etikett hat sich geändert?“ Wenn
dann anschließend resumiert wird, die EFN sei lediglich ein Ableger der „Kooperation“,
werden sich altgediente Hps sicherlich noch erinnern, wer diese einmalige Vereinigung
deutscher Hp zerbrechen ließ. Ich jedenfalls kann mich noch gut erinnern, dass
es insbesondere der Profilneurose eines inzwischen verstorbenen Präsidenten
zu verdanken war.
Nun wird alles, was dem FH mißfällt, der EFN zugeordnet: Zertifizierung, Qualitätssicherung,
vor allem alle Risiken für den Berufsstand, z.B. Aushöhlung des HPG.
Aber wer ist nun eigentlich die EFN und was will sie wirklich?
Dieser Verband betreut inzwischen ca. 3.000 deutsche Hp und ca. 25.000 europäische
Naturheilkundler. Je mehr und schneller Europa zusammen- wächst, desto wichtiger
ist es, europaweit für die Naturheilkunde zu kämpfen. Hp gibt es jedoch nur
in Deutschland, doch deren Interessen und Rechte sollen unter Wahrung des HPG
auch in Brüssel berücksichtigt werden.
Wichtig ist es ebenso, dass sich die verschiedenen europäischen Verbände einander
annähern und gemeinsame Ziele entwickeln. Eines dieser gemeinsamen Ziele ist
eine einheitliche Ausbildung. Auch dabei wird das HPG keinesfalls unterlaufen.
Denn die Zulassung erfolgt bei uns stets durch den Amtsarzt, ganz gleich mit
der welcher Qualifikation.
Der Name „EFN“ ist also keinesfalls „Schall und Rauch“, wie die Postille von
Herrn Schmidt meint, sondern zukunftsträchtige Berufspolitik. Die Funktionäre,
die dafür zur Verfügung stehen, würde ich auch nicht als „Flaschen“ bezeichnen.
Soweit ich sie persönlich kenne, sind es sehr versierte, in ihren Praxen tüchtige
Hp, bei denen ich selbst vertrauensvoll zur Behandlung gehen würde.
Die EFN zwingt ihre Mitglieder keineswegs in die Zertifizierung nach Iso 9001.
Das entscheidet jeder Hp für seine Praxis allein.
Es kann jedoch nicht schaden, wenn das Praxismanagement gebündelt und die Fortbildung
offengelegt werden. Eine gläserne Praxis schafft beim Patienten Vertrauen. Und
der Therapeut selbst ist gehalten, stets größte Sorgfalt walten zu lassen. Wem
könnte das schaden?! Für unseren Berufsstand jedenfalls kann es kein Risiko
bedeuten!
Riskant ist es für unseren Nachwuchs eher, wenn ein Leiter einer Hp-Schule,
wo u.a. Gesetzeskunde gelehrt wird, wegen Verstoßes gegen das HPG verurteilt
wird. Da kann man sich allen Ernstes Sorgen machen um die Aus- und Fortbildung
in unserem Berufsstand.
Sie sehen, liebe KollegInnen, wir haben auch im neuen Jahr immer noch reichlich
Probleme, die gemeistert werden müssen. Bisher habe ich es immer als meine Pflicht
gesehen, die Missstände im Berufsstand anzusprechen, weil sie von vielen Spitzenfunktionären
nur unter den Tisch gekehrt werden.
Bitte lassen Sie mich wissen, ob Sie das weiterhin lesen möchten oder von mir
ebenfalls ein Loblied auf die „Guten“ erwarten. Dann würde ich mir allerdings
meine Meinung ersparen.