Liebe Mitglieder,
nun ist das neue Jahr schon wieder acht Wochen alt. Für viele läuft alles im
alten Trott weiter, obwohl man zu Silvester gute Vorsätze gefaßt hatte, manches
zu ändern. Für andere wieder brachte das Neue Jahr Änderungen, vielfach ungewollt.
Man kann die Schuld dafür nicht ausschließlich auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise
schieben, obwohl Mitbürger, die lohnabhängig von großen Industrieunternehmen
sind, bereits deutlich Einkommenseinbußen haben. Darüber hinaus haben wir aber
eine erhebliche Kostenerhöhung aller Wohnnebenkosten. Bei festem Ein-kommen
oder Rente führt das zur Geldverknappung und Konsumverzicht.
Was haben nun wir Hp damit zu tun?
Zunächst treffen die Kostenerhöhungen ringsum das Wirtschafts- ergebnis unserer
Praxen auch. In vielen Fällen ist, um weiterhin mit schwarzen Zahlen zu arbeiten,
eine Honorarerhöhung fällig.
Haben jedoch die Patienten ohnehin weniger Geld, ist sie nur schwer durchzusetzen.
Das nächste Problem folgt dann gleich auf dem Fuße: wie vereinbare ich höhere
Praxiskosten mit dem 24 Jahre alten GebüH? Hoffentlich wissen Sie, daß Sie uns
bei allen Fragen des Praxismanagements um Rat fragen können.
Doch die Verknappung der Gelder ist nicht die einzige Sorge, die uns das Neue
Jahr beschert. Nachdem wir durch die letzte Stufe der Gesundheitsreform, wo
rezeptfreie Medikamente von der KV-Erstattung ausgeschlossen wurden, fast täglich
diese Präparate verloren haben, weil der Markt sie nicht mehr trug, geht nun
der Präparateverlust munter weiter. Tagtäglich verschwinden Medikamente, mit
denen wir Jahrzehnte erfolg- reich therapiert haben. Vom BfArM aussortiert.
In Deutschland nicht mehr erwünscht, aber über das benachbarte Ausland noch
zu beziehen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Eigentlich sollten unsere Spitzenfunktionäre wissen, wo unsere Kontrahenten
stehen, die unseren Berufsstand eliminieren möchten. Mit Inaktivität und Abwarten
ist uns leider nicht gedient. So vermisse ich den allgemeinen Protest gegen
die Novelle das AMG. Wollen wir wirklich warten, bis uns nach den §§ 20 b +
c die Eigenblut-Therapie genommen wird? Es handelt sich um eine klassische Hp-Behandlungsform,
die wir erfolgreich groß gemacht haben und auf die wir keineswegs verzichten
können. Nach dem Verlust von Procain und Lidocain wäre dies ein weiterer gravierender
Einschnitt in unsere Tätigkeit und Therapiefreiheit, die an die Existenz unserer
Praxen rütteln würde.
Das Jahr 2009 ist noch ganz frisch, aber schon können wir wieder in den Medien
lesen, hören und sehen, wie überflüssig unser Beruf ist, weil wir ja nur mit
Placebos behandeln und den Patienten das Geld aus der Tasche ziehen.
Lassen Sie mich dazu - als ein Beispiel für viele - aus einer Zuschrift des
Herrn Prof. Dr. Dr. med. Dipl.-Psych. Christoph J. G. Lang an eine überregionale
Zeitung zitieren:
"Homöopathie ist keine Naturheilkunde, auch kein Alternativverfahren, sondern
ein medizinisch zu verstehendes, exklusives Ideengebäude, das sich anmaßt, Wirkprinzipien
auf den Kopf zu stellen. Eine Lehre, die der Welt 200 Jahre lang den Wirksam-
keitsnachweis über den eines Placebo-Effektes hinaus schuldig geblieben ist,
verdient äußerste Skepsis, nicht aber Respekt und Akzeptanz."
Nahezu tagtäglich nehmen wir derartige Anschuldigungen zur Kenntnis. Was tun
wir dagegen? Leider nichts!!!
Wir als kleiner Verband können nicht das erforderliche Öffentlichkeits- echo
erzeugen. Aber wir mahnen ständig die Kollegenschaft zu mehr Aktivität, wenn
auch oft vergeblich! Mehrfach hatte ich schon darauf hingewiesen, daß die Großverbände
einen gewissen Prozentsatz ihres erheblichen Beitragsaufkommens für PR-Arbeit
zur Ver- fügung stellen sollten. Mit diesem Geld - die Pharma-Industrie täte
vielleicht noch etwas dazu - könnten wir kontinuierlich die Bevölkerung über
unsere Arbeitsweise, unsere Therapien und die Wirksamkeit unserer Medikamente
informieren. Polemische Anschuldigungen in den Medien liefen dann ins Leere.
Wir wissen, daß viele Ärzte die Homöopathie nicht begreifen (wollen), doch durch
gezielte Aufklärung versteht dann auch jeder medizinische Laie, daß gegen unseren
Berufsstand nur Polemiker am Werk sind, die nicht Patienten vor Schaden bewahren
wollen, sondern nur Eigeninteressen verfolgen. Deshalb, liebe Mitglieder und
KollegInnen, ist jeder von uns gefordert, an der Imagepflege unseres Berufsstandes
mitzuarbeiten. Voraussetzung ist zunächst rege Mitarbeit im jeweiligen Verband.
BestimmenSie tatkräftig die berufspolitischen Richtlinien mit!
In unserem kleinen, aber sehr aktiven Verband haben Sie dazu Gelegenheit !
Kritische Mitstreiter sind uns immer herzlich willkommen. Besuchen Sie
uns im Internet oder rufen Sie einfach unter o.g. Telefon-Nr. an.