Es ist erst wenige Wochen her, dass wir uns gegenseitig zum
Jahreswechsel alles Gute gewünscht und die Hoffnung ausgedrückt haben, das Neue
Jahr möge doch besser werden als das vergangene. Wenn ein altes Sprichwort sagt:
" Die Hoffnung stirbt zuletzt", dann wollen wir weiter hoffen.
Begonnen hat das neue Jahr, wie das alte aufgehört hat. Zwar gab es diesmal
keine Naturkatastrophe wie der Tsunami. Dafür gab es in Europa viele Todesfälle
durch ungewohnt eisige Kälte. Große Hallen stürzten unter der Schneelast ein.
Tausende Erdbebenopfer starben in den Bergen Kaschmirs unter Schnee und Eis.
Der islamische Terror verlangt auch weiterhin seine Opfer. Der Iran bastelt
ungeniert an seiner Atombombe. Die übrige Welt schaut machtlos zu. Frankreich
droht mit einem Atomschlag. Russland dreht unlieben Nachbarn den Gashahn zu.
Im Irak geht der Terror weiter und finanziert sich durch Geiselnahme. Global
also alles wie gehabt.
Innenpolitisch begann das Jahr für die deutschen Bürger nicht viel besser. Die
abgewählten Politiker haben sich auf lukrative Wirtschaftsposten verabschiedet.
Die Opposition ist zerstritten und ohnmächtig. Ihre Vorturner versuchen sich
an angeblichen CIA- und BND-Affären zu profilieren. Die neue Kanzlerin kommt
gut an. Aber ihre Innenpolitik der kleinen Schritte wird vom Volk nicht wahrgenommen.
Denn die wirklich großen Probleme, die Gesundheitsreform, Renten- und Pflegeversicherung,
Haushaltssanierung und Föderalismusreform - werden vor sich her geschoben. Dabei
merken wir Tag für Tag, wie wichtig es ist, die Sozialsysteme endlich so zu
ordnen, dass sie zukunftssicher sind und auch unseren Kindern noch eine Perspektive
lassen. Die Gesundheitsreform, als Jahrhundertwerk, von Herrn Seehofer und Frau
Schmidt "in der schönsten Nacht ihres Lebens" gepriesen, ist bereits nach zwei
Jahren am Ende. Der Volksmund sagt, sie war "ein Schuss in den Ofen". Ich will
mich an dieser Stelle nicht wiederholen und erneut Gewinner und Verlierer aufzählen.
Trotzdem möchte ich nochmals feststellen, der Dumme war hauptsächlich der Patient.
Das ganze "Reformwerk" wurde auf dem Rücken kranker Menschen ausgetragen. Vielleicht
wurde jetzt durch den Ärztestreik der Bevölkerung das eigentliche Ausmaß des
Gesundheitsdesasters bewusst. Wer diesmal richtig hingehört hat, muss begriffen
haben, dass bei allen Reparaturversuchen und gegenseitigen Schuldzuweisungen
dem Patienten nur wieder Flickwerk angeboten wird, für das man ihn erneut zur
Kasse bittet. Mit den bisher gemachten Vorschlägen ist keine Sanierung oder
gar Besserung in Sicht.
Bei diesem Chaos im Gesundheitswesen bietet sich eigentlich ein willkommenes
Podium, die Naturheilkunde - getragen durch unseren Berufsstand - als zweite
Säule der medizinischen Versorgung ins Spiel zu bringen, die vom Patienten in
Eigenverantwortung - wie vom Staat gewünscht - getragen wird und somit die Sozialsysteme
nicht belastet. Haben Sie - rein zufällig vielleicht - gehört, dass sich unsere
Führungselite hier zu Wort gemeldet hat? Nein, sie hält sich vornehm zurück!
Nur nicht das Image der Hp-schaft aufpolieren, lieber Kleinkrieg mit den Behandlern
an der Basis führen! Hinterherschnüffeln und anzeigen, wenn jemand einen akademischen
Titel im Namen führt, eine Anzeige schaltet, die nicht gefällt oder einen Aufsatz
veröffentlicht, der provoziert. Selbst gut versorgt, macht man den behandelnden
Kollegen die Arbeit zusätzlich schwer.
Lässt sie vor allem durch "Bösachter", über deren fachliche Qualität die Medizinwelt
lacht, schädigen. Nur, mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit bringt man
unseren Berufsstand nicht aus der Schmuddelecke der Heiler - Hexer - Schamanen.
So nimmt uns niemand wirklich ernst und all die lobenswerten Heilerfolge in
unseren Praxen verpuffen oder werden gar nicht wahrgenommen. Diesem Zustand
entgegenzuwirken, gibt es eigentlich nur ein Rezept, die "Zertifizierung nach
Iso 9001".
Sie belegt - durch Prüfungen (Audits) überwacht - die Qualität unserer Praxen,
und zwar für jedermann nachvollziehbar! Die "gläserne Praxis" schafft Vertrauen
beim Patienten, der PKV und allen Geschäftspartnern! Solange unser Berufsstand
an Führungsschwäche leidet, bleibt uns eigentlich gar kein anderer Ausweg. Oder
doch? Ja, ich könnte mir vorstellen, die werten und ebenso dotierten Funktionäre
würden ein Golf-Date mit namhaften Gesundheitspolitikern verabreden und diskutierend,
verhandelnd, kungelnd über den grünen Rasen von Loch zu Loch schreiten und dann
beim Einputten alle unsere Probleme gelöst haben. Wenn dann anschließend Präsident
Zizmann wie einst Minister Seehofer "eine schöne Nacht" mit Frau Schmidt verbringen
würde, wäre doch unsere Zukunft gesichert und alles paletti. Sollte sich diese
Vision erfüllen, würde ich dem Tennis ade sagen und nur noch Golf spielen.