Liebe Mitglieder,
nun haben wir in Deutschland weltweit das teuerste Gesundheitssystem. 165 Milliarden
sollen aus dem Fonds verteilt werden. Aber die medizinische Versorgung unserer
Patienten ist nur Mittelmaß.
Also läuft irgendetwas falsch!
Die Krankenversicherung, die jetzt in den Fonds gezahlt werden muss, ist gestiegen,
aber die medizinische Gegenleistung gesunken. Die Milliarden, die Frau Schmidt
den Ärzten versprochen hat, kommen irgendwie nicht an. Die Doctores sind sauer,
streiken, verlangen von den Patienten Vorkasse oder „IGELN“ mehr denn je. Hinzukommen
deutlich verkürzte Behandlungszeiten, 6 – 12 Minuten pro Patient. Außerdem erfüllt
die Menschen die Hochleistungsmedizin immer mehr mit Unbehagen. Die fürsorgliche
Betreuung der Patienten bleibt auf der Strecke. Besserung in diesem System ist
nicht in Sicht!
Welch eine Bewährungsprobe für uns Hp!
Wenn wir sie nur zu nutzen wüssten!!
Dabei bieten wir den Patienten alles, was sie heute bei der Schulmedizin vermissen:
die nötige Zeit für eine sorgfältige Diagnose, zahlreiche erfolgreich erprobte
Therapieformen, keine überflüssige Apparatemedizin, sondern sanfte Medizin.
Unsere Therapeuten können zuhören und nehmen Anteil am Schicksal ihrer Patienten.
Unsere Praxen sind gut aufgestellt und stehen fachlich auf einem hohen Qualitätsniveau.
Nun frage ich mich immer wieder, warum ist unser Image in der Öffentlichkeit
so schlecht? Warum wähnt man uns stets in der Nähe von Scharlatanen, Geistheilern
(?) und Hexen?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wir machen für unseren Berufsstand
eine schlechte PR oder geben gar kein Geld dafür aus! Wenn sich Funktionäre
des FDH in der Bildzeitung selbst als Hexer, Heiler und Scharmanen bezeichnen,
wie in der Vergangenheit geschehen, fördert das gewaltig unser Negativ-Image.
Dann müssen all die anderen, die uns nicht mögen, nicht mehr dazu beitragen.
Anstatt in der Öffentlichkeit mit einer Stimme zu sprechen, pflegen wir in unserem
Berufsstand innere Querelen! Der Primus-Präsident des DDH teilt uns zunächst
in „gut“ und „böse“ ein. Nun jammert er, dass sich Gruppierungen wie TCM, Homöopathen,
Osteopaten, Chiropraktiker u.a. abspalten wollen. Würde er sein Präsidentenamt
mit der gebotenen Autorität ausfüllen, könnte er diese Querelen verhindern und
die gebotene Einigkeit garantieren. Ein anderer Präsident, dessen Verband das
Wort „Frei“ im Namen führt, der selbst stets von „Freiheit“ tönt und sogar keine
Schwelle zu den Geistheilern sieht, gesteht aber den KollegInnen nicht die Freiheit
zu, ihre Praxisleistungen durch gezielte Weiterbildung zu verbessern. Nun halte
ich das Punktesammeln des BDH auch für Unsinn, weil es keine Qualifizierung
belegt. Aber jeder Hp, der bemüht ist, seine Ausbildung zu verbessern oder seine
Praxis zertifizieren zu lassen, sollte nicht daran gehindert oder gar bekämpft
werden, sondern man sollte mit jeder Qualitätsverbesserung in der Öffentlichkeit
für unseren Berufsstand werben.
Nicht die Hp, die nicht Stromlinien förmig mit den großen Vorsitzenden mit-
schwimmen, diskriminieren oder gefährden gar unseren Berufsstand, wie er uns
immer wieder predigt und dabei nie vergisst, seine „hervorragende“ Arbeit zu
erwähnen, sondern die Spitzenfunktionäre um ihn herum, die in Lethargie verharren
und die Gefahren, die uns außen drohen, gar nicht wahrnehmen. Erst haben sie
verschlafen, dass man uns die Neuraltherapie genommen hat (Zitat Zizmann: „Nur
ruhig Blut, keine Panik, abwarten.“). Damit war sie dann futsch! Jetzt kann
uns das Gleiche mit der Eigenblutbehandlung passieren, wenn wir die Folgen der
Novelle zum AMG bedenken. Auch wieder abwarten, Herr Zizmann? Ich vermisse auch
jeglichen Widerstand gegen das tägliche Sterben be- währter Arzneimittel. Wir
können es nicht allein den Pharma-Herstellern überlassen, sich dagegen zu wehren.
Schließlich ist es doch unser Handwerkszeug! Es ist etwas faul in unserer Gesundheitspolitik,
wenn wir wichtige Medikamente, die wir Jahrzehnte erfolgreich eingesetzt haben,
heute nur über das europäische Ausland beziehen können.
Wo bleibt der Protest?!
Sollte es wahr werden, dass wir künftig kein Thymus mehr injizieren dürfen,
wird es nicht lange dauern, bis uns auch die anderen Organo-Präparate genommen
werden. Dann fällt eine weitere Säule unserer Existenz!
Hier – nicht im Innern – liegen die wahren Probleme für unseren Berufsstand.
Die Präsidentenrunde der DDH sollte uns bei diesen Problemen nachhaltig vertreten,
anstatt die Häupter ihrer „guten“ Mitglieder zu zählen und sich von deren Beiträgen
bestens alimentieren zu lassen. Der Hp an der Basis muss sich für den Erhalt
seiner Praxis und damit seiner Existenz ordentlich bücken. Er lebt nicht von
Aufwandsentschädigungen, die ihm ein sorgloses abgehobenes Leben bescheren.
Wenn er denn einmal seine Funktionäre kritisiert, ist das sein gutes Recht!
So funktioniert Demokratie!
Grundsätzlich täte unserer Führungselite etwas mehr Selbstkritik und Selbst-
zweifel gut. Wenn der kürzlich bei seinem Verband nicht gerade demokratisch
gewählte VDH-Präsident seinen Mitgliedern droht, nicht auf „Gerüchteköche“ zu
hören, da sie dann die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen hätten,
verstehen Sie vielleicht, was ich meine. Ist man aber so abgehoben, dass man
jegliche Kritik als bösartige Unterstellung versteht, sollte man kein Führungsamt
bekleiden.
Jeder Berufsverband lebt von der Meinungsvielfalt. Soviel Therapieformen wir
haben, soviel Ansichten gibt es auch zur Naturheilkunde und ihrer Ausübung.
Dieses zu schützen, wäre Aufgabe unserer Funktionäre. Nicht die Kollegenschaft
sollten sie bekämpfen, sondern diejenigen, die in der „Grauzone“ herum quacksalbern,
nicht nur darüber lamentieren, sondern stets die Gesundheitsämter einschalten.
Was soll die verschärfte Hp-Überprüfung, wenn Physiotherapeuten, Fußpfleger,
Kosmetiker und Wellness-Behandler ungeprüft unsere Arbeit machen dürfen. Hier
liegt die Gefahr für unseren Berufsstand!
Nicht aber, wenn ein Kollege eine kritische Meinung hat und diese auch äußert.
Eine weitere beständige Gefahr für unsere Existenz ist die von den DDH geduldete
„Bösachterei“. Sie war der Grund dafür, dass wir 1993 die „Hp-Berufshilfe“ gegründet
haben. Weil es die Großverbände nicht taten, war es angezeigt, den zu Unrecht
mit PKV-gefälligen Pamphleten diskreditierten Therapeuten, die damit um den
Lohn ihrer Arbeit gebracht wurden, zu helfen. Wir haben das in fast 16 Jahren
bisher sehr erfolgreich getan und dabei auch wichtige Prozesse für den ganzen
Berufsstand gewonnen (BGH + Bverf.G). Deshalb ist uns jeder engagierte Hp willkommen,
aber auch jeder, für den es ein Praxisproblem zu lösen gilt.