der 24. Deutsche Hp-Tag in Düsseldorf ist nun auch schon wieder
Geschichte. Neu war an dieser stets gut besuchten Veranstaltung die Gemeinsamkeit
mit den Ärzten für Naturheilverfahren (ZAEN). Hier scheint sich ein Weg anzubahnen,
der angesichts der Probleme im Gesundheitswesen nur vorteilhaft sein kann. Das
berufspolitische Hauptthema dieser Großveranstaltung war vor allem die Zukunftssicherung
für unseren Berufsstand. So gab es eingangs eine Podiums- diskussion über die
Erstattungsschwierigkeiten der PKV mit der Bundestags- beauftragten für Patientenfragen,
zwei Landtagsabgeordneten (SPD u. Grüne), einem Vertreter der Pharmaindustrie
(Heel), einer Ärztin (ZAEN), einem Hp (P. Abels) und als Vertreter der PKV ein
leitender Mitarbeiter der DKV.
(Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch meinen nebenstehenden Artikel.)
Bei der Zusammensetzung dieser Runde war es von vornherein klar, dass der DKV-Mann
einen schweren Stand hatte. Es gelang ihm auch nicht, die Argumente, die in
der Diskussionsrunde gegen das teils unverständliche Erstattungsverhalten der
PKV vorgebracht wurden, zu entkräften. Besonders harsch war die Kritik der Zuhörer
zu diesem Thema. Die drei Politiker mahnten mehr Einheit in unserem Berufsstand
an. Dann könne man auch den Gesundheitspolitikern nachhaltiger entgegentreten,
wenn man mit einer Stimme spräche.
Dies, liebe Freunde, ist seit Jahr und Tag mein Thema!
So wie sich die Heilpraktikerschaft momentan darstellt, wird sie nicht wahr-
und vor allem nicht ernst genommen. Dabei erwerben sich doch die vielen gut
geführten Naturheilpraxen große Verdienste um die Volksgesundheit. Aber ein
in sich zerstrittener Haufen von Spitzenfunktionären kann dies der Öffentlichkeit
nicht verkaufen.
Ein weiterer Punkt, der in dieser Gesprächsrunde unserem Berufsstand immer wieder
negativ ausgelegt wurde, ist das fehlende feste Berufsbild, das eine gezielte
Ausbildung voraussetzt. Hier ist wirklich unsere Schwachstelle, auf die stets
alle zeigen, die uns nicht wohlwollen. Auch das verheerende Ober- verwaltungsgerichts-Urteil
aus Koblenz zeigt in diese Richtung. Es geht in seiner Begründung sogar so weit
zu sagen, dass es für einen fachlich qualifizierten Physiotherapeuten eine Zumutung
ist, sich Hp nennen zu müssen. Diese Diskriminierung unseres Berufsstandes wurde
bislang von unseren Großverbänden sang- und klanglos hingenommen. Es unterblieb
nicht nur der öffentliche Aufschrei, es wurden auch keine Anstalten getroffen,
dass dieses Schandurteil auf andere Bundesländer übergreift und auch dort künftig
gültige Praxis wird.
Durch meine Teilnahme an den Tagungen der EFN höre ich immer wieder von unseren
Kollegen aus den Nachbarländern, was sich hinsichtlich Naturheilverfahren im
Hause Europa tut. Jedesmal nimmt meine Befürchtung zu, dass die deutsche Heilpraktikerschaft
dabei schlecht aufgestellt ist. Unser Image in der Öffentlichkeit lässt zu wünschen
übrig. Unser HPG, das uns eigentlich schützen soll, wird immer mehr ausgehöhlt
und im Gegensatz zu unseren Nachbarn haben wir keinen Kontakt zu maßgeblichen
Gesundheitspolitikern. So kann es einfach nicht weitergehen. Da aber von oben
- aus der Präsidentenrunde - wie gehabt nichts zu erwarten ist, muß die überfällige
Erneuerung von der Basis kommen. Als noch schaffender "Rentner" rufe ich hier
vor allem die junge Kollegenschaft auf, sich zu engagieren und endlich das Steuer
herumzureißen. Übernehmen Sie Verantwortung in Ihren Verbänden ! Noch ist es
nicht zu spät, der deutschen Heilpraktikerschaft die Zukunft zu sichern.