Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 4/2007

der 24. Deutsche Hp-Tag in Düsseldorf ist nun auch schon wieder Geschichte. Neu war an dieser stets gut besuchten Veranstaltung die Gemeinsamkeit mit den Ärzten für Naturheilverfahren (ZAEN). Hier scheint sich ein Weg anzubahnen, der angesichts der Probleme im Gesundheitswesen nur vorteilhaft sein kann. Das berufspolitische Hauptthema dieser Großveranstaltung war vor allem die Zukunftssicherung für unseren Berufsstand. So gab es eingangs eine Podiums- diskussion über die Erstattungsschwierigkeiten der PKV mit der Bundestags- beauftragten für Patientenfragen, zwei Landtagsabgeordneten (SPD u. Grüne), einem Vertreter der Pharmaindustrie (Heel), einer Ärztin (ZAEN), einem Hp (P. Abels) und als Vertreter der PKV ein leitender Mitarbeiter der DKV.
(Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch meinen nebenstehenden Artikel.)
Bei der Zusammensetzung dieser Runde war es von vornherein klar, dass der DKV-Mann einen schweren Stand hatte. Es gelang ihm auch nicht, die Argumente, die in der Diskussionsrunde gegen das teils unverständliche Erstattungsverhalten der PKV vorgebracht wurden, zu entkräften. Besonders harsch war die Kritik der Zuhörer zu diesem Thema. Die drei Politiker mahnten mehr Einheit in unserem Berufsstand an. Dann könne man auch den Gesundheitspolitikern nachhaltiger entgegentreten, wenn man mit einer Stimme spräche.
Dies, liebe Freunde, ist seit Jahr und Tag mein Thema!
So wie sich die Heilpraktikerschaft momentan darstellt, wird sie nicht wahr- und vor allem nicht ernst genommen. Dabei erwerben sich doch die vielen gut geführten Naturheilpraxen große Verdienste um die Volksgesundheit. Aber ein in sich zerstrittener Haufen von Spitzenfunktionären kann dies der Öffentlichkeit nicht verkaufen.
Ein weiterer Punkt, der in dieser Gesprächsrunde unserem Berufsstand immer wieder negativ ausgelegt wurde, ist das fehlende feste Berufsbild, das eine gezielte Ausbildung voraussetzt. Hier ist wirklich unsere Schwachstelle, auf die stets alle zeigen, die uns nicht wohlwollen. Auch das verheerende Ober- verwaltungsgerichts-Urteil aus Koblenz zeigt in diese Richtung. Es geht in seiner Begründung sogar so weit zu sagen, dass es für einen fachlich qualifizierten Physiotherapeuten eine Zumutung ist, sich Hp nennen zu müssen. Diese Diskriminierung unseres Berufsstandes wurde bislang von unseren Großverbänden sang- und klanglos hingenommen. Es unterblieb nicht nur der öffentliche Aufschrei, es wurden auch keine Anstalten getroffen, dass dieses Schandurteil auf andere Bundesländer übergreift und auch dort künftig gültige Praxis wird.
Durch meine Teilnahme an den Tagungen der EFN höre ich immer wieder von unseren Kollegen aus den Nachbarländern, was sich hinsichtlich Naturheilverfahren im Hause Europa tut. Jedesmal nimmt meine Befürchtung zu, dass die deutsche Heilpraktikerschaft dabei schlecht aufgestellt ist. Unser Image in der Öffentlichkeit lässt zu wünschen übrig. Unser HPG, das uns eigentlich schützen soll, wird immer mehr ausgehöhlt und im Gegensatz zu unseren Nachbarn haben wir keinen Kontakt zu maßgeblichen Gesundheitspolitikern. So kann es einfach nicht weitergehen. Da aber von oben - aus der Präsidentenrunde - wie gehabt nichts zu erwarten ist, muß die überfällige Erneuerung von der Basis kommen. Als noch schaffender "Rentner" rufe ich hier vor allem die junge Kollegenschaft auf, sich zu engagieren und endlich das Steuer herumzureißen. Übernehmen Sie Verantwortung in Ihren Verbänden ! Noch ist es nicht zu spät, der deutschen Heilpraktikerschaft die Zukunft zu sichern.