Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 5/2007

Es gibt Momente, wo ich mich mutlos und allein gelassen fühle. Dann komme ich mir vor wie Don Quichote, der gegen Windmühlenflügel kämpfte. Es deprimiert mich, wenn ich sehe, wie lethargisch, phlegmatisch, desinteressiert die Kollegenschaft das Tun und Treiben in unserem Berufsstand betrachtet. "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß !" Oder anders: "alles, was uns nicht schadet, geht mich nichts an!"
Dabei haben wir im vergangenen Jahr wieder einmal soviel Chancen verpasst und alle mehr oder weniger Schaden genommen. Viele von uns wollen es einfach nicht wahrhaben und sehen weg oder hören auf die von ihnen gewählten Spitzenfunktionäre, die untätig zum Abwarten raten (siehe das Editorial des großen Präsidenten Zizmann). Lese ich dort dann auch, wie er die Kollegen Drews und Wagner abwatscht, die von ihrem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht und es als Hp von der Basis gewagt haben, in Sachen Procain und Lidocain selbst eine Petition an den Bundestag zu richten. Das ist aus seiner Sicht unerhöhrt, einfach empörend! Kleine Hps wagen es, für den Berufsstand zu sprechen!
Flugs fühlt sich sein Chefredakteur veranlasst, diesen beiden Petitenten einen bösen Brief zu schreiben. Dabei vergreift er sich deutlich im Ton, absolut unter der Gürtellinie! Nun fühlt sich auch die Präsidentin aus der DDH-Führungsriege bemüßigt, tadelnd tätig zu werden. Sie forscht zunächst, ob die beiden mutigen Kollegen eventuell anderweitig zu packen sind und entdeckt Internet-Auftritte, die sie für Wettbewerbsverstöße hält. Es folgt aber keine kollegiale Abmahnung, nein, gleich eine kostenträchtige Abmahnungsklage, die finanziell die Kollegen ruinieren soll. Im Fall Drews endete das Verfahren am LG Hildesheim, Kammer für Handelssachen, mit einem Vergleich, der die Beklagte immerhin € 4.000,-- kostete, die sie im Gegensatz zur Klägerin selbst zu zahlen hat. Wie mir aus Prozessen mit dem "Obergutachter" gegen uns bekannt ist, zahlt für die Prozess hänselnden Funktionäre meist deren Verband. Von Ihren Mitgliedsbeiträgen, liebe KollegInnen! In der Sache Wagner beantragte die Präsidentin eine einstweilige Verfügung beim LG München, weil er durch seine Werbung die Kollegen in der Region gefährde. Dabei wurden insbesondere drei Namen genannt. Als Hp Wagner dann diese drei Kollegen kontaktierte, musste er feststellen, dass diese ihn weder kannten, noch von der Anschuldigung wussten. Dieses Verfahren steht noch zur Klärung an. Über den Ausgang werde ich Ihnen berichten, so wie ich Ihnen die unrühmliche Rolle der Frau Präsidentin auch im Fall der hoch betagten Kollegin König geschildert habe, deren Existenz sie mit einem "Gedächtnisprotokoll" vernichtet hat Wenn ich diese Machenschaften erlebe und mir die entsprechenden Akten zur Einsicht gesandt werden, glaube ich, ich bin im Intrigantenstadl. Lese ich dann beim Golfcaptain und seinem Chefredakteur, dass all diese Aktionen ehrenamtlich ge- schehen, ohne auch nur einen Cent dafür zu nehmen, bleibt mir die Spucke weg! Gegen "gläserne" Taschen haben sich bisher alle Funktionäre vehement gesträubt.

Für mich bleibt es gleich, ob sie ihre Alimentation aus den Verbandskassen - Geschäftsführer-Gehalt, Aufwandsentschädigung oder Spesen - nennen. Allein der Betrag zählt ! Als langjähriger Rechnungsprüfer des VDH weiß ich, wovon ich rede. Übrigens VDH: der geschäftsführende Vorsitzende hat gleich nach Ableben der "Lichtgestalt" eine Spesenerhöhung beschlossen. Immerhin hatte er ja einen guten Lehrmeister!
Angesichts dieser Geschehnisse, die von der Heilpraktikerschaft phlegmatisch ertragen werden, verlässt mich schon manchmal der Mut, die Missstände in unserem Berufsstand weiterhin aufzuzeigen. Doch der Zuspruch, den ich auf unserer Jahres- hauptversammlung erhalten habe, hat mich veranlasst, für eine weitere Legislatur- periode meine Arbeit zu tun. In meiner Freizeit werde ich - wie bisher - unseren Mitgliedern bei ihren Praxisproblemen helfen. Auch für die Belange des Berufs- standes werde ich weiterhin streiten. Die Urteile, die wir beim BGH und BVerfG erwirken konnten und die dem gesamten Berufsstand dienen, geben mir diesen Auftrieb. Außerdem gilt mein Augenmerk weiterhin dem Gutachterunwesen. Ich werde nicht ruhen, solange "Bösachter" mit ihren Kollegendiffamierungen BehandlerInnen um den Lohn ihrer Arbeit bringen.
Liebe KollegInnen, Sie alle können mir dabei helfen, wenn Sie die gleichen Ziele verfolgen, indem Sie Mitglied in unserem engagierten Verband werden.