Liebe Mitglieder,
das überwältigende Wahlergebnis auf unserer 15. Jahreshauptversammlung,
mit dem die berufspolitischen Richtlinien, die die Gründungsmitglieder
vor 16 Jahren getroffen haben, eindrucksvoll bestätigt wurden, veranlasst
mich – auch Gründungsmitglied -, noch einmal zurückzuverfolgen,
warum wir damals unseren kleinen, aber sehr engagierten Verband überhaupt
begründet haben. Seinerzeit gab es die Kooperation deutscher Hp-Verbände,
geführt vom damaligen FDH-Präsidenten K. Liebau. Wenn auch in dieser
Zeit der Kontakt vom Präsidium zur Basis schon verloren ging, so gelang
es Hp Liebau immerhin, das Image unseres Berufsstandes in der Öffentlichkeit
zu verbessern. Doch sehr bald zeigte das Bündnis KOOP erste Risse und zerbrach
dann – nachdem man Präsident Liebau weggemobbt hatte – an den
Profilneurosen der einzelnen Verbandspräsidenten.
Der Restbestandteil der KOOP zählt heute lt. Einteilung nach Präs.
Zizmann zu den „Bösen“. Er selbst leitet nun die DDH. Darin
vereinigt sind nicht nur die ehemaligen KOOP-Verbände, sondern nach der
o.g. Einteilung auch all die „Guten“.
Das Problem der Profilneurosen haben die Verbands-Präsidenten in die DDH
mitgenommen, leider nicht die positive Öffentlichkeitsarbeit der Ägide
Liebau. Das zarte Blümchen „Image-Pflege“ ist längst verblüht.
Allgemeiner Stillstand ist angesagt, sowohl in der PR-Arbeit, als auch in der
Verteidigung von Berufsstandinteressen.
Dafür funktioniert der Streit der Präsidenten etwas intimer, mehr
oder weniger hinter den Kulissen. Wer sich widersetzt, fliegt aus der DDH, siehe
BDH. Dafür werden die vereinbarten demokratischen Spielregeln außer
Betrieb gesetzt. Diese gelten auch nicht, wenn in den einzelnen Verbänden
ein neuer Vorstand oder Präsident gewählt wird, wie wir unlängst
beim VDH erst wieder sehen konnten.Die Basis war von dieser Wahl ausgeschlossen.
Da der Basiskontakt der großen Verbände aber schon vor wenigstens
zwei Jahrzehnten verloren gegangen war, standen die Mitglieder mit ihren Praxisproblemen
allein. Durch das Gutachterunwesen wurden viele in ihrer wirtschaftlichen Existenz
hart getroffen. Ihre Präsidenten halfen ihnen nicht, im Gegenteil sie deckten
die „Bösachter“oder begünstigten durch Empfehlung an die
PKV deren übles Tun, weil sie entweder ihre Spezies waren oder ebenfalls
Verbandsfunktionär – siehe „Obergutachter“ - und Vizepräsident
des FDH in einer Person.
Als ich 1985 erstmals ein Weninger-Pamphlet gegen mich las, war ich über
die persönlichen, polemischen Angriffe – anonym natürlich –
so empört, dass ich eine gerichtliche Klärung herbeigeführt habe.
Vor dem LG Bielefeld wurden „Gutachter“ Weninger und der ebenfalls
involvierte „Obergutachter“ König als „medizinisch unbedarfte
Laien“ bezeichnet. Das OLG Hamm machte sich diese Auffassung ebenfalls
zu eigen. Beide Instanzen entschieden gegen die PKV, die diese Herren zur gefälligen
Beurteilung eingesetzt und gut bezahlt hatten.
Aber – obwohl ich vielen KollegInnen inzwischen helfen konnte, musste
ich feststellen, dass man als Einzelkämpfer nicht viel ausrichten kann.
Dies war einer der Gründe, warum wir 1993 die Hp-Berufshilfe – Nomen
est omen ! - gegründet haben.
Zum anderen zeigte sich immer deutlicher, dass die Großverbände an
der Basis eine Versorgungslücke hinterlassen hatten. Unser Bemühen
ist es deshalb, diese Lücke zu schließen und bei allen Praxisproblemen
mit Rat und Tat zu helfen.
Wir haben in den 16 Jahren viel erreicht:
am BGH konnten wir ein Urteil erstreiten, das die Anonymität der „Gutachter“
aufgehoben hat. Am BVerfG – ebenfalls durch RA Dr. Lanz, München,
vertreten – konnten wir erreichen, dass wir unsere Mitglieder und deren
Patienten bei Leistungsdifferenzen mit der PKV vertreten dürfen. Diese
Prozesse bis zur stets höchsten Instanz waren für unseren kleinen
Verband jeweils ein finanzielles Risiko. Ebenso die vielen Prozesse, die die
„Bösachter“ gegen uns angezettelt hatten.
Ohne jeweiligen Prozesserfolg hätten wir dieses Risiko nicht tragen können.
Doch diese Erfolge sind dem ganzen Berufsstand zu Gute gekommen !
Die Neuwahlen auf der JHV haben uns in dieser berufspolitischen Marschrichtung
bestätigt. Wir wollen diesen Weg weitergehen: der Kollegenschaft helfen,
Missstände kritisieren und für den Erhalt des Berufsstandes kämpfen,
das heißt auch unsere wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Solange mir der Vorsitz in der Hp-Berufshilfe übertragen ist, dürfen
Sie mich dafür beim Wort nehmen.