Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 9/2004

Die Sommerpause ist vorüber. In des Wortes wahrer Bedeutung hatte der Sommer tatsächlich Pause gemacht. Ich hoffe trotzdem, dass Sie sich gut erholt haben, so dass Sie mit frischen Kräften die Aufgaben meistern können, die der Herbst uns abverlangen wird.

Das Wetter, es hat Krankheiten begünstigt, hat sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Praxisumsätze wieder stabilisiert haben. Aufgrund der Verunsicherung durch die Gesundheitspolitik, begann das Jahr sehr zögerlich. Vielerorts war eine starke Zurückhaltung spürbar. Erst nach und nach trat wieder mehr Belebung im Praxisalltag ein.

Die ganze Situation hat aber aufgezeigt, wie wichtig heute gutes Praxismanagement ist. Jede Praxis ist mit einem Betrieb gleichzusetzen, der nach kaufmännischen Richtlinien geführt werden muss. Hier sehe ich leider bei meiner Beratung von Kollegen nur zu häufig noch deutlich Lücken. Aber ein Unternehmen lässt sich nun einmal nicht auf Dauer mit roten Zahlen führen. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass die Umsatzsituation in unseren Praxen auf dem Wege der Besserung ist, gibt es nach wie vor viele Missstände im Berufsstand, die unsere wirtschaftlichen Belange beeinträchtigen. Dazu gehört auch das Gutachterunwesen, das erheblichen Schaden anrichtet. Vielfach wird das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Therapeut zerrüttet. Auch wenn inzwischen der eine oder andere neue "Gutachter" hinzugekommen ist, greift doch die PKV am liebsten auf bekannte Herren zurück, die ich wegen der von ihnen verwendeten abqualifizierenden Polemik gern "Bösachter" nenne. Trotz entsprechender aktueller Rechtslage (BGH-Urteil IV ZR 418/02) verlangt die PKV von ihren "Gutachtern" keinen Kompetenznachweis. Deshalb kann ich bei Leistungsdifferenzen nur immer wieder dazu raten, dass der Patient den Nachweis verlangt, wie der Autor seine Qualifikation zum medizinischen fachgutachter erlangt hat. Kollegen empfehle ich gegebenenfalls eine Zivilklage gegen den Bösachter.

Doch lässt sich dieses Problem nicht lösen, sondern nur die Führung dieser Verbände ihre schützenden Hände über diese Schreiberlinge hält oder sie sogar noch auf Funktionärsposten duldet. Wenn ein altes Sprichwort sagt: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber", hat die Basis ja diese Funktionäre gewählt, die sich dann von den Verbandsbeiträgen großzügig alimentieren lassen. Wandel tut Not, würde ich dazu sagen!

Wie ein Funktionär unseren Berufsstand in der Öffentlichkeit dem Gespött preisgibt, wollen Sie bitte im Artikel "Heiler - Hexer - Schamanen" nachlesen. Es ist einfach peinlich, wie mit banalen Schlagworten bei der Bevölkerung Vorurteile über Heilpraktiker bedient werden, die Zweifel an seriöser Ausbildung der Heilkunde aufkommen lassen. Wenn wir das zweite Standbein in der deutschen medizinischen Versorgung sein wollen, können wir uns derartige "Bild-Zeitungs-Auftritte" nicht leisten. Sie sind absolut unerträglich!!! Niemand nimmt uns dann noch ernst! Auch wenn wir Medizin anders begreifen als die Schulmedizin, sind wir deswegen noch keine "Heiler - Hexer - Schamanen". Aber gerade dieser Vorsitzende mit seinen "heilenden Händen", der sich als Schulleiter einer staatlich anerkannten Hp-Schule mit seinen Mit-Dozenten so fragwürdig ins "Bild" setzt, verklagt wiederum Kollegen, die damit werben, dass sie in ihrer Praxis auch Warzen behandeln. (Prozess vor der Kammer 3 - Handelssachen am LG Hannover). Er sah darin einen Verstoß gegen UWG und HWG. Doch das Gericht glaubte ihn hier in seiner juristischen Kompetenz überfordert. Er musste seine Klage zurückziehen und entschuldigte sich damit, dass sein Vorstand diesen Auftritt von ihm verlangt habe. Wie auch immer, mit dieser Prozesshanselei werden Beitragsgelder sinnlos vergeudet, für die sich jeder Hp an der Verbandsbasis deutlich "bücken" muss. Dazu bringt dieser Funktionär einen ganzen Berufsstand in Verruf mit Rechtsverstößen in fast jeder Zeile dieser peinlichen Artikelserie. Wollen die Mitglieder dieses Verbandes diese Führungselite behalten, haben sie sie verdient? Das bei den nächsten Wahlen gründlich zu überlegen, empfehle ich Ihnen.