Unsere Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 10/2001

Immer wieder erreichen uns Zuschriften und Anrufe aus dem Kollegenkreis, die unsere Zeitung ("Natur-Heilkunde Journal") loben und uns ermuntern, weiterhin ungeschminkt unsere Meinung zu den Missständen im Berufsstand zu sagen und die Gesundheitspolitik unserer Regierung kritisch zu analysieren. Dieses Lob freut und motiviert uns.

Lob für unsere Zeitung kam sogar schon von einem alternden Präsidenten der DDH, von seinem Verband inzwischen als Rentner alimentiert. Übrigens ein Rentenmodell aus Beitragsgeldern, das manchen Durchschnittsrentner neidisch werden lassen könnte.

Ja, die Zeitung lobt er über den grünen Klee. Alles prima, alles bestens, nur meine "Glossen", die er ebenfalls "mit besonderer Begeisterung liest", gefallen ihm nicht. Er vermutet bei mir eine behandlungsbedürftige Phobie, weil ich von seiner Person traumatisiert sei.

Er darf beruhigt sein. Als Privatmann wäre er mir völlig unwichtig, absolut nicht erwähnenswert. Auch wenn er seine berufspolitischen Gegner stets unter der Gürtellinie angreift, war mir seine Privatsphäre immer heilig. Aber sein Verhalten im Berufsstand verdient Kritik. Seit Jahrzehnten hat er die Heilpraktikerschaft mit seinen dubiosen Geschäften in Verruf gebracht. Für mich ist er der Hauptverantwortliche - der Pate - für die unerfreuliche Situation, in der sich unser Berufsstand heute befindet. Wenn er mir Verständnis für Berufs- und Standespolitik abspricht, mag er aus seiner Sicht Recht haben. Ich verstehe sie wirklich anders. Bei mir besteht sie nicht aus Intrigen und persönlicher Bereicherung. Alle Spitzenfunktionäre, die bis heute mit ihm zu tun hatten, haben dabei ihre Blessuren davongetragen. Leider wollen es einige nicht wahrhaben, und die vielen BehandlerInnen an der Basis haben leider nicht den Durchblick.

Deshalb wollen wir mit unserer Zeitung aufklären und die Funktionäre unterstützen, die wir für fähig halten, unsere Berufsstandsprobleme zu lösen. Neben dem nötigen Engagement erwarten wir dabei Idealismus und Liebe zum Beruf, aber nicht die lukrative Alimentation aus den Beitragstöpfen der Verbände.

Schon alleine aus diesem Grund sprechen wir einigen derzeit regierenden "Präsidenten" die Fähigkeit ab, unsere Zukunft zu gestalten. Diese Herren haben aus Profilneurosen die damalige Kooperation scheitern lassen und scheinen sich in der DDH auch nicht so recht einig zu sein. Aber vielleicht wäre die KDH - die Restkooperation - ein Sammelbecken aller Hp's, die zu neuen Ufern wollen. Zumindest erkennt man dort die Ansätze zu einer zukunftsorientierten, tragfähigen Berufspolitik.

Wichtig ist vor allem, dass die Heilpraktikerschaft in der Öffentlichkeit geschlossen auftritt und mit einer Stimme spricht. Wir haben ohnehin keine Lobby und sind gegenüber der Ärzteschaft nur ein winziges Häufchen, auch wenn uns Herr Götte in seinem letzten Editorial sehr großzügig hochrechnet.

Das bevorstehende Wahljahr gibt uns aber die Möglichkeit, alle Bundestagskandidaten anzusprechen und eine Antwort auf die uns betreffenden Fragen der künftigen Gesundheitspolitik zu verlangen. Diese Chance, liebe Leser, sollten auch Sie nicht vorübergehen lassen und Ihren Kandidaten vor Ort befragen, wie wir es in unserer Region bereits getan haben.

Wir helfen Ihnen gern, entsprechende Anfragen zu formulieren.

Unsere "Lobbyisten" müssen die MdB's werden. Doch das setzt voraus, dass wir uns im Berufsstand einig sind, sonst nimmt uns niemand ernst.