Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 10/2007

Momentan weht uns in den Medien wieder einmal ein rauer Wind entgegen. Diesmal ist es das Fernsehen, wo wir gescholten oder diffamiert werden. Vor Wochen war es in der Sendung "Kontraste", wo man das Fehlverhalten zweier Kollegen gleich auf den ganzen Berufsstand übertrug. Es ging jeweils um Krebspatienten, die letztlich verstorben waren. Auch mit schulmedizinischer Chemotherapie wären diese Fälle letal ausgegangen. Doch unseren Kollegen waren einige unverzeihliche Beratungsfehler unterlaufen, die einem versierten Heilpraktiker nie passiert wären. Aber in jedem Berufsstand gibt es auch "schwarze Schafe". Deshalb darf man uns Heilpraktiker nicht alle über einen Leisten ziehen. In ärztlicher Behandlung gibt es lt. offiziellen Statistiken jährlich ca. 25 000 Therapiefehler mit tödlichem Ausgang. Außerdem noch einige Hundert Falschoperationen, wo dem Patienten das falsche Glied oder Organ entnommen wurde. Doch das scheint für die Medien kein Thema zu sein. Wenn ein Hp "Mist baut", ist das viel spektakulärer. Es gibt nämlich in der Gesundheitspolitik etliche Strömungen, die gegen uns sind und denen bereits der kleinste Anlaß recht ist, uns in Misskredit zu bringen. Leider haben wir aufgrund des PR-Versagens der Großverbände diesen Kampagnen nichts entgegen zusetzen. Dies wurde besonders deutlich bei der ZDF- Sendung "Die modernen Wunderheiler" am Mittwoch, den 05.09.07, 22:15 h des Journalisten Dr. Bublath. Die Sendung war so niveaulos, schlecht recherchiert und gezielt voreingenommen gegen die gesamte Naturheilkunde, dass man schon von einem bestellten Pamphlet ausgehen musste. Bedauerlich ist nur, dass sich ein öffentlich-rechtlicher Sender zu derart obskuren Manipulationen hergibt. Schließlich sind auch wir Hp Zwangsgebührenzahler!
Es gab keine naturheilkundliche Therapie, die in der Berichterstattung verschont, bzw. nicht diskreditiert wurde. Abgesehen von mangelndem Fachwissen waren auch die bildlichen Darstellungen falsch. So wird in keiner Naturheilpraxis gearbeitet. Außerdem sind wir weder "Wunderheiler", noch Vitamin-Pillen-Verkäufer wie Dr. med. Rath. Aber alles wurde in einen Negativ-Brei verrührt.

Das Echo auf diese Ausstrahlung war überwiegend Empörung, sowohl aus der Kollegenschaft, als auch von Patienten oder medizinischen Laien. Die Verleumdung unseres Berufsstandes und einer Jahrtausende alten Naturheilkunde war einfach zu dick aufgetragen und musste deshalb allgemeinen Protest auslösen. Auch Verbände haben protestiert. Wir ebenfalls. Unser Schreiben an den Intendanten des ZDF können Sie hier nachlesen. Doch bis heute vermisse ich ein deutliches Protestschreiben des obersten Spitzenfunktionärs. Immerhin vertritt er nach eigenen Angaben 20.000 Heilpraktiker. Aber wenn er es seinen Regionalfürsten in Niedersachsen gestattet, uns in der "Bild"-Zeitung als Hexer - Heiler und Schamanen darzustellen, wird ihn wohl auch diese unseriöse Verleumdung nicht gestört haben. Sollte der Journalist Bublath damals "Bild" gelesen haben, kann man ihm eigentlich gar nicht vorwerfen, dass er von uns Hp einen falschen Eindruck gewonnen hat. Unser oberster Spitzenfunktionär, der sich nach eigenen Worten darin sonnt, der Präsident des größten Verbandes zu sein, sieht das alles relativ locker. Diskriminierungen unseres Berufsstandes kann er leichter ertragen, wenn wir alle an einem Strang ziehen und zusammenstehen.

Nur als "Vorturner" sollte er die Richtung vorgeben. Nur taucht er immer wieder ab, wenn es gilt die Heilpraktikerschaft in der Öffentlichkeit nachhaltig zu vertreten. Deshalb kann ich unserem Berufsstand nur immer wieder ein neues Management Wünschen, jung, dynamisch und noch mit Idealismus.