Liebe Mitglieder, wenn ich diese Zeilen schreibe, ist es noch
einige Wochen hin, bis sie in der letzten Ausgabe dieses Jahres erscheinen.
Darin ist es üblich, einen Rückblick auf das verflossene Jahr und einen Ausblick
auf das neue vorzunehmen. Das möchte ich nun heute tun.
Es ist Ihnen sicherlich nicht verborgen geblieben, daß mich Mißstände im Berufsstand
immer besonders beschäftigen, vor allem dann, wenn sie von Spitzenfunktionären
verursacht oder geduldet werden. Aber lassen Sie uns zum Jahresausklang zunächst
einmal rekapitulieren, was sich im Berufsstand positiv getan hat.
Für unseren kleinen Verband, der sich permanent positiv entwickelt, gab es zunächst
das erfreuliche Ereignis, daß wir die ersten Praxen nach Iso 9001 zertifizieren
konnten. Darüber hinaus ist es uns gelungen, die Amara-Schulen für die Fachfortbildung
unserer Mitglieder zu gewinnen. Ein gemeinsam erarbeitetes Ausbildungskonzept
werden wir Ihnen im neuen Jahr vorstellen.
Im September gab es nach langen Jahren unter der Federführung des Kollegen P.
Abels wieder einen Parlamentarischen Abend in Berlin, wo sich Hp mit Politikern,
Journalisten und Pharma-Herstellern getroffen und aus- getauscht haben. Dieser
Abend war ein voller Erfolg und sollte möglichst jährlich wiederholt werden.
Von der hier anwesenden Staatssekretärin im Gesundheitsministerium wurde vorgetragen,
daß sie das Ansinnen der Ärzteschaft, das HPG zu überdenken und unsere Tätigkeit
einzuschränken, abgelehnt habe. Hp Abels bemerkte dazu, daß er mit den Spitzenfunktionären
der Ärzte in Korrespondenz getreten sei und die Zusage bekommen habe, eine HPG-Änderung
nicht weiter verfolgen zu wollen. Außerdem gab es in diesem Jahr vom VG München
ein aufsehenerregendes Urteil zur Tätigkeit der Physiotherapeuten, über das
ich in nebenstehendem Artikel berichte.
Positiv anzumerken ist auch, daß die europaweiten Bemühungen um ein gemeinsames
Ausbildungskonzept, wofür in Deutschland die EFN verantwortlich zeichnet, erhebliche
Fortschritte gemacht haben. Trotz der schwierigen, doch recht unterschiedlichen
Situation der europäischen Naturheiler zeichnet sich hinsichtlich der Ausbildung
Einigkeit ab.
Wahrscheinlich wird es für uns Hp im abgelaufenen Jahr noch mehr positive Ereignisse
gegeben haben, die mir nicht bekannt geworden sind. Ebenso werde ich nicht alle
negatien Vorkommnisse registriert haben. Auch die für unseren Berufsstand schädlichen
Aktivitäten oder Unterlassungen unserer Spitzenfunktionäre sind mir nicht alle
bekannt. Bestürzend war jedoch für mich, daß der Präsident Zizmann - Primus
inter pares in der DDH - die Heilpraktikerschaft in gut und böse unterteilt.
DDH-Mitglieder sind gut, alle anderen böse. So einfach ist das! Der Präsident
Schmidt (FH) setzt in seinem Flugblatt "Top Hp (10/08)" noch eins drauf. Er
diffamiert alle Hp, die sich sowohl um geregelte Aus- und Fortbildung als auch
ein geregeltes Praxismannagement bemühen.
Zertifizierung nach Iso 9001 ist für ihn reines Teufelszeug. Damit begründet
er u.a. auch die Ausweisung des BDH aus der DDH. Die Forderungen, die Politiker
an unseren Berufsstand stellen, nämlich Qualitätskontrolle, Weiter- bildungsnachweise
und vor allem Einigkeit unter den Verbänden, interressieren ihn nach seinen
polemischen Attacken insbesondere auf die EFN überhaupt nicht.
Nur so führen wir unseren Berufsstand nicht in die Zukunft!
Wie wäre es stattdessen, wenn die DDH, die über ein immenses Beitragsaufkommen
verfügt, davon einen gewissen Prozentsatz für die Imagepflege der Heilpraktikerschaft
verwenden würde?!
Unser Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit ist doch einfach trostlos! Von
den Medien lassen wir uns ungestraft und widerstandslos beschimpfen. Bitte,
liebe KollegInnen, überlegt doch einmal, wofür Ihr Beiträge bezahlt! Genauso
verwerflich ist die Abmahnpraxis, die eine Präsidentin der DDH mit weit überzogenen
Gebühren gegen die Kollegenschaft betreibt. Dafür beauftragt die Union den RA
Talib, der selbst Laborgemeinschaften nicht verschont und damit auch deren Mitgliedern
Schaden zufügt.
Der VDH beabsichtigt, in diesem Jahr noch einen neuen Präsidenten zu wählen.
Jedoch wieder einmal ohne demokratische Grundlage. Die Basis ist von der Wahl
ausgeschlossen. In unserem kleinen Verband ist es üblich, den gesamten Vorstand
auf der Jahreshauptversammlung zu wählen. Jedes Mitglied entscheidet mit oder
kann sich selbst zur Wahl stellen. Der Unterschied zu den Großverbänden ist
jedoch, daß unsere Vorstands- mitglieder keine Aufwandsentschädigung bekommen.
Deshalb müssen wir keine hochdotierten Posten im Hinterzimmer auskungeln (siehe
Satzung VDH).
Bei der Bearbeitung von Leistungsdifferenzen mußte ich in diesem Jahr feststellen,
daß die Leistungsunwilligkeit der PKV-Gesellschaften deutlich zugenommen hat.
Es gibt nur noch wenige Versicherungen, die Hp-Liquidationen korrekt vertragsgerecht
abwickeln. Immer wieder versucht man unsere Patienten mit den Argumenten unwissenschaftlich,
nicht bewährt oder erfolglos auszubremsen. Unsere Medikamente werden als unwirksam
oder gefährlich abgelehnt.
Leider spielen bei den Leistungsverweigerungen die "Bösachten" der Ungutachter,
die ich Ihnen bereits mehrfach genannt habe, die ent- scheidende Rolle. Allerdings
sind nach dem BGH-Irteil, in dem wir erwirkt haben, daß sie nicht mehr anonym
"urteilen" dürfen, sondern mit voller Anschrift und Qualifikation, die Diskreditierungen
der Behandler(innen) vorsichtiger geworden. Aber nach wie vor sind ihre Pamphlete
PKV-gefällig. Nachdem der "Obergutachter" seinen einträglichen Funktionärsposten
verloren hat, wird er hier auch wieder sehr rührig. Irgendwie muß ja die Kasse
stimmen!
Nun ist das Thema "Gutachterunwesen" ja schon ein Dauerbrenner. Doch es wird
von den mächtigen Präsidenten der DDH nicht unterbunden, sondern nach wie vor
toleriert, weil sie ihren Spezies - zumeist ehemalige Funktionäre - dadurch
ein erkleckliches Zubrot verschaffen. Dabei nehmen sie locker in Kauf, daß sie
damit die Behandler(innen) um den Lohn ihrer Arbeit bringen.
Wenn nun die ruhigen Tage kommen, haben wir vielleicht Muße, einmal über den
Zustand unseres Berufsstandes nachzudenken. Sollten wir uns Änderungen und Verbesserungen
für das neue Jahr überlegen, setzt das voraus, daß wir alle uns berufspolitisch
stärker engagieren.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, lieber Leser, eine besinnliche Adventszeit,
ein gesegnetes Weihnachtsfest und Erfolg, Glück und Zufriedenheit im Neuen Jahr.