Nachdem ich das Editorial 9/2005 des obersten Funktionärs
des FDH, Golfcaptain und Hp Zizmann gelesen hatte, könnte ich mich eigentlich
mit Genugtuung zurücklehnen. Endlich - nach Jahrzehnten - hat der Vorsitzende
dieses Berufsverbandes doch erkannt, dass es bei uns ein Gutachterproblem gibt,
nämlich eine Handvoll "Bösachter", wie ich sie seit 20 Jahren nenne. Nun ist
er auch darauf gekommen - endlich!
Dabei habe ich ihm schon am 12.05.96 - kurz nach seiner Ernennung zum "Präsidenten"
des FDH - ganz ausführlich die Missstände im Berufsstand geschildert (drei DIN
A 4-Seiten), insbesondere die bösartigen, unkollegialen Machenschaften seines
Vizepräsidenten und "Obergutachters". Seine Antwort war kurz, arrogant, nichts
sagend. Leider! Wenn unser Chefredakteur Klaus Schwarzbach, der das Gutachterunwesen
ebenfalls zum Thema seines Editorials 10/05 gemacht hat, fragt, woran es wohl
liegen mag, dass es in 10 Jahren nicht möglich war, Ordnung in die Gutachterei
zu bringen und darauf die Antwort gibt, dies sei deshalb nicht möglich, weil
Funktionäre darin verstrickt sind, kann ich das nur bestätigen. Ich kann es
auch mit unserem reichhaltigen Archiv belegen und möchte dies auch erläutern:
Sofern es Hp Zizmann mit seinen Ausführungen, die leider keine Lösungsvorschläge
beinhalten, wirklich ernst meint, hat er nicht nur die Möglichkeit, sondern
auch die Macht dazu, etwas positiv zu verändern. Denn etliche dieser "Bösachter"
sind Mitglieder seines Verbandes: Vizepräsident und "Obergutachter", ehemaliger
FDH-Vorsitzender Rheinland-Pfalz und insbesondere der übelste aller Bösachter,
der Hp-Rentner und ehemalige Funktionär in NRW. Vor nunmehr neun Jahren hat
Herr Zizmann, damals neu gewählt, von mir die Untaten dieser Herren erfahren,
die durch ihr unqualifiziertes polemisches Ge- schreibsel - zum eigenen Nutzen!!
- unermesslichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet und unzählige KollegInnen
übelst diffamiert haben. Er ist also schon längst gefordert, hier Abhilfe zu
schaffen. Genug ist genug! Warten wir ab, was jetzt passiert!
Rührend ist die Geschichte von dem Gutachter, der damit seine Brötchen nicht
verdient. Wahrscheinlich urteilt dieser nicht PKV-gefällig. So einfach ist das!
Unverschämt wird es aber, wenn behauptet wird, BehandlerInnen würden unerhörte
Rechnungen erstellen, die jeden Gutachter in Rage bringen müssten. Sicherlich,
äußerst selten sehe ich auch schon einmal eine überhöhte Liquidation. Viel häufiger
ergibt sich für die Kollegenschaft das Problem, die Diskrepanz zwischen einem
20 Jahre alten GebüH und den heutigen Praxiskosten zu überwinden. Ganz gewiss
würde intensive Schulung dieses Dilemma bereinigen.
Nun mag es ja sein, dass Gutachterschulung etwas bewirken könnte. Jedoch nicht,
wenn man diesen Job dem "Obergutachter" überträgt. Denn das heißt, "den Bock
zum Gärtner zu machen!!" Erinnern wir uns, vor 19 Jahren wurde vom ärztlichen
Gerichtsgutachter am LG Bielefeld bescheinigt, dass gewisse Gutachter "medizinisch
unbedarfte Laien" sind. Auch heute muss ich beim Lesen ihrer aktuellen "Bösachten"
immer wieder feststellen, dass sie nichts dazu gelernt haben. Bis heute waren
sie auch nicht bereit zu belegen, wie sie ihre Qualifikation zum medizinischen
Fachgutachter erworben haben. Ebenso hüllen sich die vom Obergutachter ausgebildeten
"Gutachter" in Schweigen, wenn der VN etwas über ihre Qualifikation erfahren
möchte. Erst seitdem wir zu diesem Thema 2002 ein BGH-Urteil erwirkt haben,
muss der (Un-)Gutachter seine Anonymität verlassen und seine Qualifikation offen
legen.
Beharrlich und stetig habe ich die PKV bis zum heutigen Tage darauf hingewiesen,
dass wir diese unqualifizierten Pamphlete nicht akzeptieren. Das hat mir dann
auch einige Klagen eingebracht. Herr Zizmann wurde darüber informiert. Er war
nie bereit, die üblen Machenschaften seines Vizes zu unterbinden. Allerdings
verschuldet der FDH nicht allein diese inakzeptable Gutachterfrage. Der Präsident
des VDH hat ebenfalls dazu beigetragen, indem er seinen ehemaligen Beirat und
Hp-Rentner in dieses lukrative Geschäft hievte. Erst kürzlich landete wieder
ein "Bösachten" im Namen des FDH auf meinem Schreibtisch, in dem in einem Strafprozess
die betroffene Kollegin gnadenlos niedergemacht wird. Honorarforderung für diese
(Un-)Tat : 650 EUR.
Bitte überlegen Sie, liebe KollegInnen, wie lange Sie sich in Ihrer Praxis mühen
müssen, um diesen Betrag zu verdienen. Ja, ich meine verdienen, nämlich nach
Abzug Ihrer Praxiskosten, die weit höher sein dürften als ein paar Blatt Papier!
Insofern hat unser werter Golfcaptain recht: Wer als "Bösachter" so richtig
im Geschäft ist, verdient sich auf Kosten der Kollegenschaft eine "goldene Nase".
So, liebe Kollegen von FDH und VDH, nachdem ich Ihnen so ausführlich diesen
Missstand geschildert habe, liegt es einzig und allein in Ihrer Hand, bei Ihren
Spitzenfunktionären auf rasche Abhilfe zu drängen, damit die "Bösachter" endlich
in die Wüste geschickt werden. Schließlich sind Sie die Wähler! Und wie sagten
schon Herr Stoiber und unser Chefredakteur so schön: "Nur die dummen Kälber
wählen ihren Schlächter selber!" Aber das sollte eigentlich auf Sie nicht zutreffen!