Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 11/2005

Nachdem ich das Editorial 9/2005 des obersten Funktionärs des FDH, Golfcaptain und Hp Zizmann gelesen hatte, könnte ich mich eigentlich mit Genugtuung zurücklehnen. Endlich - nach Jahrzehnten - hat der Vorsitzende dieses Berufsverbandes doch erkannt, dass es bei uns ein Gutachterproblem gibt, nämlich eine Handvoll "Bösachter", wie ich sie seit 20 Jahren nenne. Nun ist er auch darauf gekommen - endlich!

Dabei habe ich ihm schon am 12.05.96 - kurz nach seiner Ernennung zum "Präsidenten" des FDH - ganz ausführlich die Missstände im Berufsstand geschildert (drei DIN A 4-Seiten), insbesondere die bösartigen, unkollegialen Machenschaften seines Vizepräsidenten und "Obergutachters". Seine Antwort war kurz, arrogant, nichts sagend. Leider! Wenn unser Chefredakteur Klaus Schwarzbach, der das Gutachterunwesen ebenfalls zum Thema seines Editorials 10/05 gemacht hat, fragt, woran es wohl liegen mag, dass es in 10 Jahren nicht möglich war, Ordnung in die Gutachterei zu bringen und darauf die Antwort gibt, dies sei deshalb nicht möglich, weil Funktionäre darin verstrickt sind, kann ich das nur bestätigen. Ich kann es auch mit unserem reichhaltigen Archiv belegen und möchte dies auch erläutern: Sofern es Hp Zizmann mit seinen Ausführungen, die leider keine Lösungsvorschläge beinhalten, wirklich ernst meint, hat er nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Macht dazu, etwas positiv zu verändern. Denn etliche dieser "Bösachter" sind Mitglieder seines Verbandes: Vizepräsident und "Obergutachter", ehemaliger FDH-Vorsitzender Rheinland-Pfalz und insbesondere der übelste aller Bösachter, der Hp-Rentner und ehemalige Funktionär in NRW. Vor nunmehr neun Jahren hat Herr Zizmann, damals neu gewählt, von mir die Untaten dieser Herren erfahren, die durch ihr unqualifiziertes polemisches Ge- schreibsel - zum eigenen Nutzen!! - unermesslichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet und unzählige KollegInnen übelst diffamiert haben. Er ist also schon längst gefordert, hier Abhilfe zu schaffen. Genug ist genug! Warten wir ab, was jetzt passiert!

Rührend ist die Geschichte von dem Gutachter, der damit seine Brötchen nicht verdient. Wahrscheinlich urteilt dieser nicht PKV-gefällig. So einfach ist das! Unverschämt wird es aber, wenn behauptet wird, BehandlerInnen würden unerhörte Rechnungen erstellen, die jeden Gutachter in Rage bringen müssten. Sicherlich, äußerst selten sehe ich auch schon einmal eine überhöhte Liquidation. Viel häufiger ergibt sich für die Kollegenschaft das Problem, die Diskrepanz zwischen einem 20 Jahre alten GebüH und den heutigen Praxiskosten zu überwinden. Ganz gewiss würde intensive Schulung dieses Dilemma bereinigen.

Nun mag es ja sein, dass Gutachterschulung etwas bewirken könnte. Jedoch nicht, wenn man diesen Job dem "Obergutachter" überträgt. Denn das heißt, "den Bock zum Gärtner zu machen!!" Erinnern wir uns, vor 19 Jahren wurde vom ärztlichen Gerichtsgutachter am LG Bielefeld bescheinigt, dass gewisse Gutachter "medizinisch unbedarfte Laien" sind. Auch heute muss ich beim Lesen ihrer aktuellen "Bösachten" immer wieder feststellen, dass sie nichts dazu gelernt haben. Bis heute waren sie auch nicht bereit zu belegen, wie sie ihre Qualifikation zum medizinischen Fachgutachter erworben haben. Ebenso hüllen sich die vom Obergutachter ausgebildeten "Gutachter" in Schweigen, wenn der VN etwas über ihre Qualifikation erfahren möchte. Erst seitdem wir zu diesem Thema 2002 ein BGH-Urteil erwirkt haben, muss der (Un-)Gutachter seine Anonymität verlassen und seine Qualifikation offen legen.

Beharrlich und stetig habe ich die PKV bis zum heutigen Tage darauf hingewiesen, dass wir diese unqualifizierten Pamphlete nicht akzeptieren. Das hat mir dann auch einige Klagen eingebracht. Herr Zizmann wurde darüber informiert. Er war nie bereit, die üblen Machenschaften seines Vizes zu unterbinden. Allerdings verschuldet der FDH nicht allein diese inakzeptable Gutachterfrage. Der Präsident des VDH hat ebenfalls dazu beigetragen, indem er seinen ehemaligen Beirat und Hp-Rentner in dieses lukrative Geschäft hievte. Erst kürzlich landete wieder ein "Bösachten" im Namen des FDH auf meinem Schreibtisch, in dem in einem Strafprozess die betroffene Kollegin gnadenlos niedergemacht wird. Honorarforderung für diese (Un-)Tat : 650 EUR.

Bitte überlegen Sie, liebe KollegInnen, wie lange Sie sich in Ihrer Praxis mühen müssen, um diesen Betrag zu verdienen. Ja, ich meine verdienen, nämlich nach Abzug Ihrer Praxiskosten, die weit höher sein dürften als ein paar Blatt Papier! Insofern hat unser werter Golfcaptain recht: Wer als "Bösachter" so richtig im Geschäft ist, verdient sich auf Kosten der Kollegenschaft eine "goldene Nase". So, liebe Kollegen von FDH und VDH, nachdem ich Ihnen so ausführlich diesen Missstand geschildert habe, liegt es einzig und allein in Ihrer Hand, bei Ihren Spitzenfunktionären auf rasche Abhilfe zu drängen, damit die "Bösachter" endlich in die Wüste geschickt werden. Schließlich sind Sie die Wähler! Und wie sagten schon Herr Stoiber und unser Chefredakteur so schön: "Nur die dummen Kälber wählen ihren Schlächter selber!" Aber das sollte eigentlich auf Sie nicht zutreffen!