Offensichtlich habe ich mit meinen Kolumnen von August und
September in ein Wespennest gestochen. Ich hatte darin u.a. über die Prozesshänselei
der Unionspräsidentin berichtet. Diese rief mich inzwischen an, um einen Widerruf
zu verlangen. Unterstützt wurde sie vom Vorstand des BDHN - Landesverband Bayern
in der Union, der eine Korrektur verlangt, der ich hier gern nachkomme. Lassen
Sie mich rekapitulieren, worum es eigentlich geht:
Ich hatte über zwei Abmahnklagen berichtet, die von der Unionspräsidentin aus-
gingen. Erstere endete vor der Wirtschaftskammer in Hildesheim mit einem Ver-
gleich, der die streitenden Parteien mit jeweils € 6.000,-- belastete. Die Klägerin
zahlte die Kosten aus der Verbandskasse und behauptete in dem Telefonat mit
mir sogar, die Union habe auch einen Kostenteil der Beklagten übernommen, weil
sich diese in wirtschaftlicher Not befinde. Meine Rückfrage ergab, dass diese
Behauptung nicht stimmt. In dem anderen Falle hatte die Präsidentin gegen einen
bayrischen Kollegen mit vorsätzlich gefälschten Belegen eine Klage angezettelt,
die letztlich nicht zum Tragen kam. Hier kommt nun der BDHN ins Spiel. Ich hatte
berichtet, die Präsidentin habe die Klage als aussichtslos zurückgezogen. Der
BDHN wünscht, dass ich klarstelle, dass er es bewirkt habe, diesen Prozeß zu
vemeiden. Soweit meine Klarstellung. Meine Behauptung, dass die Union die Kosten
des Beklagten zu tragen hatte, wird davon nicht berührt. Dafür liegen mir Bankauszüge
vor. Auch mein Vorhalt, dass der beklagten Kollegin König nach 25 Jahren Unionsmitgliedschaft
unter Mithilfe der Präsidentin die Existenz vernichtet wurde, bleibt bestehen.
Das Telefonat mit der Präsidentin gab mir jedoch zu denken. Sie fühlte sich
persönlich beleidigt, in ihrer Ehre gekränkt. Es liegt mir grundsätzlich fern,
jemandem in seiner Person zu nahe zu treten. Darum geht es hier auch gar nicht.
Jeder, der sich in der Berufspolitik um eine Spitzenfunktion bewirbt, wird daran
gemessen, wie er sein Amt ausfüllt. Ist es mangelhaft, muß er Kritik, die zunächst
aufbauend sein sollte, aushalten können. Leider aber hat die Präsidentenrunde
der DDH schon längst kein offenes Ohr mehr für aufbauende Kritik. Für den Primus
inter pares ist ohnehin im Berufsstand alles in Ordnung. Wozu also Kritik? Die
anderen hüten alle ihren Besitzstand und sind nicht interessiert. Selbst wenn
wir Hp in den Medien angegriffen und massiv verunglimpft werden, gelingt es
der DDH nicht, mit einer Stimme zu sprechen und beim ZDF nachhaltig zu protestieren.
Kein Wunder, wenn uns in der Öffentlichkeit niemand ernst nimmt. Zumal, wenn
sich noch Landesfürsten (FDH-Niedersachsen) in der "Bild"-Zeitung als "Hexer,
Heiler und Schamanen" darstellen lassen ! Wer will dann dem Redakteur Bublath
einen Vorwurf machen, wenn er uns so verkennt?!
Neben den vielen Unerfreulichkeiten und Missständen im Berufsstand, gibt es
aber auch gute Nachrichten: Wir sind auf dem besten Wege für unseren Berufsstand
ein Zertifizierungsmodell zu erarbeiten, das für jedermann bezahlbar sein wird.
Wir werden es zum Jahresbeginn 2008 in dieser Zeitung vorstellen. Teilnahme
ist dann allen interessierten KollegInnen möglich.
Ein weiterer Lichtblick zeigt sich in der Europa-Politik unseres Berufsstandes.
Die EFN, die hier in der Heilpraktikerschaft vorangeht, legte auf der Tagung
In Mailand am 12.10.07 den Entwurf für ein europaweites Ausbildungs- und Berufsbild
vor, das auch die Zustimmung unserer europäischen Kollegen in den Nachbarländern
fand. Ist dieser Entwurf dann ausgereift, wird es Aufgabe sein, ihn den Gesundheitspolitikern
aller Länder zu vermitteln, damit er letztlich in Brüssel akzeptiert wird. So
hätte die Naturheilkunde in der EU eine reelle Chance und unser Berufsstand
eine gesicherte Zukunft. Doch bis dahin ist es noch ein weiter, vielleicht auch
steiniger Weg, an dem wir alle mitarbeiten müssen.
So möchte ich zum Abschluß dieses Jahres insbesondere die junge Kollegenschaft
bitten, arbeiten Sie berufspolitisch intensiver mit! Helfen Sie verkrustete
Strukturen zu beseitigen! Lösen Sie uns Oldtimer (über 70) ab!
In der besinnlichen Adventszeit, die ich Ihnen wünsche, haben Sie vielleicht
etwas Muße, darüber nachzudenken. Das neue Jahr hält viele Aufgaben für uns
bereit.
Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!