Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 11/2007

Offensichtlich habe ich mit meinen Kolumnen von August und September in ein Wespennest gestochen. Ich hatte darin u.a. über die Prozesshänselei der Unionspräsidentin berichtet. Diese rief mich inzwischen an, um einen Widerruf zu verlangen. Unterstützt wurde sie vom Vorstand des BDHN - Landesverband Bayern in der Union, der eine Korrektur verlangt, der ich hier gern nachkomme. Lassen Sie mich rekapitulieren, worum es eigentlich geht:
Ich hatte über zwei Abmahnklagen berichtet, die von der Unionspräsidentin aus- gingen. Erstere endete vor der Wirtschaftskammer in Hildesheim mit einem Ver- gleich, der die streitenden Parteien mit jeweils € 6.000,-- belastete. Die Klägerin zahlte die Kosten aus der Verbandskasse und behauptete in dem Telefonat mit mir sogar, die Union habe auch einen Kostenteil der Beklagten übernommen, weil sich diese in wirtschaftlicher Not befinde. Meine Rückfrage ergab, dass diese Behauptung nicht stimmt. In dem anderen Falle hatte die Präsidentin gegen einen bayrischen Kollegen mit vorsätzlich gefälschten Belegen eine Klage angezettelt, die letztlich nicht zum Tragen kam. Hier kommt nun der BDHN ins Spiel. Ich hatte berichtet, die Präsidentin habe die Klage als aussichtslos zurückgezogen. Der BDHN wünscht, dass ich klarstelle, dass er es bewirkt habe, diesen Prozeß zu vemeiden. Soweit meine Klarstellung. Meine Behauptung, dass die Union die Kosten des Beklagten zu tragen hatte, wird davon nicht berührt. Dafür liegen mir Bankauszüge vor. Auch mein Vorhalt, dass der beklagten Kollegin König nach 25 Jahren Unionsmitgliedschaft unter Mithilfe der Präsidentin die Existenz vernichtet wurde, bleibt bestehen.

Das Telefonat mit der Präsidentin gab mir jedoch zu denken. Sie fühlte sich persönlich beleidigt, in ihrer Ehre gekränkt. Es liegt mir grundsätzlich fern, jemandem in seiner Person zu nahe zu treten. Darum geht es hier auch gar nicht. Jeder, der sich in der Berufspolitik um eine Spitzenfunktion bewirbt, wird daran gemessen, wie er sein Amt ausfüllt. Ist es mangelhaft, muß er Kritik, die zunächst aufbauend sein sollte, aushalten können. Leider aber hat die Präsidentenrunde der DDH schon längst kein offenes Ohr mehr für aufbauende Kritik. Für den Primus inter pares ist ohnehin im Berufsstand alles in Ordnung. Wozu also Kritik? Die anderen hüten alle ihren Besitzstand und sind nicht interessiert. Selbst wenn wir Hp in den Medien angegriffen und massiv verunglimpft werden, gelingt es der DDH nicht, mit einer Stimme zu sprechen und beim ZDF nachhaltig zu protestieren. Kein Wunder, wenn uns in der Öffentlichkeit niemand ernst nimmt. Zumal, wenn sich noch Landesfürsten (FDH-Niedersachsen) in der "Bild"-Zeitung als "Hexer, Heiler und Schamanen" darstellen lassen ! Wer will dann dem Redakteur Bublath einen Vorwurf machen, wenn er uns so verkennt?!

Neben den vielen Unerfreulichkeiten und Missständen im Berufsstand, gibt es aber auch gute Nachrichten: Wir sind auf dem besten Wege für unseren Berufsstand ein Zertifizierungsmodell zu erarbeiten, das für jedermann bezahlbar sein wird. Wir werden es zum Jahresbeginn 2008 in dieser Zeitung vorstellen. Teilnahme ist dann allen interessierten KollegInnen möglich.

Ein weiterer Lichtblick zeigt sich in der Europa-Politik unseres Berufsstandes. Die EFN, die hier in der Heilpraktikerschaft vorangeht, legte auf der Tagung In Mailand am 12.10.07 den Entwurf für ein europaweites Ausbildungs- und Berufsbild vor, das auch die Zustimmung unserer europäischen Kollegen in den Nachbarländern fand. Ist dieser Entwurf dann ausgereift, wird es Aufgabe sein, ihn den Gesundheitspolitikern aller Länder zu vermitteln, damit er letztlich in Brüssel akzeptiert wird. So hätte die Naturheilkunde in der EU eine reelle Chance und unser Berufsstand eine gesicherte Zukunft. Doch bis dahin ist es noch ein weiter, vielleicht auch steiniger Weg, an dem wir alle mitarbeiten müssen.
So möchte ich zum Abschluß dieses Jahres insbesondere die junge Kollegenschaft bitten, arbeiten Sie berufspolitisch intensiver mit! Helfen Sie verkrustete Strukturen zu beseitigen! Lösen Sie uns Oldtimer (über 70) ab!

In der besinnlichen Adventszeit, die ich Ihnen wünsche, haben Sie vielleicht etwas Muße, darüber nachzudenken. Das neue Jahr hält viele Aufgaben für uns bereit.
Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!