Unsere Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 12/2001

Wieder geht ein Jahr zu Ende. Weihnachten, das Fest des Friedens, steht vor der Tür. Aber im Rückblick hatten wir kein Jahr des Friedens. Eher wird es als Jahr des eskalierenden Terrors und Beginn eines Krieges in unkalkulierbaren Dimensionen in die Geschichte eingehen.

Auch für unser Land, unser Volk war es kein gutes Jahr. Der Terror hat auch uns berührt, und in den begonnenen Krieg werden wir mit einbezogen. Unsere Regierung ist außenpolitisch mutig, hat aber innenpolitisch versagt. Die Kassen sind leer, sowohl bei der Rente, als auch im Gesundheitswesen. Der Finanzminister entdeckt Tag für Tag neue Lücken. Die Wirtschaft steht vor einer Rezession. Die Arbeitslosenzahlen steigen und erreichten im Herbst einen neuen Höchststand. Innerhalb der EU sind wir nicht mehr - wie einst - der Wirtschaftsmotor, sondern tragen als Schlusslicht die rote Laterne. Natürlich wirkt sich diese trübe Allgemeinsituation auch auf die wirtschaftliche Existenz unserer Praxen aus. Die Umsätze stagnieren oder sind rückläufig.

Auch in unserem Verband mussten wir einige Praxisschließungen registrieren, weil das Existenzminimum nicht mehr zu erzielen war, geschweige denn ein angemessenes Einkommen. Die Gründe liegen auf der Hand: Kosten explodieren, Steuern wurden erhöht, das Geld der Patienten ist knapp. Zudem arbeiten wir mit einem GebüH, das in Kürze seinen 17. Geburtstag feiert. Die Beihilfe hat den Beamten die Leistungen gekürzt, und die PKV übt sich lieber in Leistungsverweigerung als in Erstattung. Wer dann noch seinen Patienten Kredite eingeräumt hat, musste einen schleppenden Zahlungseingang registrieren.

So gesehen war es auch für viele von uns kein gutes Jahr. Wir können nur hoffen und uns wünschen, dass das nächste besser wird. Doch das setzt voraus, dass wir die anstehenden Probleme lösen. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen.

Dazu gehört zunächst, dass wir einig mit einer Stimme sprechen, uns also wirkungsvoll in der Öffentlichkeit präsentieren. Das Geld der Verbände darf nicht in dunkle Kanäle versickern, sondern muss für eine positive PR-Arbeit verbraucht werden. Wir müssen uns einig werden über ein gemeinsames Ausbildungskonzept, auf dem wir die Qualitätssicherung aufbauen können. Wir dürfen nicht zulassen, dass die derzeitige Gesundheitspolitik unsere Medikamente vom Markt drängt und sollten uns auch gegen Aut-idem zur Wehr setzen, weil es unsere Therapie- und Verordnungsfreiheit einschränken würde. Dagegen sollten wir für eine Patienten-Card und Zugang dazu durch uns streiten, da sie auch uns bessere Möglichkeiten des Überblicks in der Therapie verschaffen würde, zum Nutzen unserer Patienten.

Dass sich für alle Probleme im kommenden Jahr Lösungen finden mögen, wünsche ich Ihnen und mir, uns allen. Möge uns eine friedliche Adventszeit Stunden der Besinnung bringen, so dass wir guten Mutes ins neue Jahr gehen, die Ärmel hochkrempeln und entschlossen die Aufgaben, die auf uns warten, anpacken. Die Hp-Berufshilfe steht Ihnen jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.