Immer wieder kommt es zu Gerichtsurteilen, die wir, das Volk, nicht verstehen.
So wurde zum Beispiel höchst richterlich entschieden, dass "Soldaten Mörder sind",
obwohl diese zur Zeit als Friedensengel in alle Welt gesandt werden, um zu verhindern,
dass sich Menschen auf dem Balkan, in Afghanistan und Somalia gegenseitig umbringen.
Eine andere Entscheidung verbannt das Kruzifix aus dem Klassenzimmer und das
ausgerechnet in einem erzkatholischen Bundesland, weil es einem
atheistischen Lehrer nicht gefällt.
Und ausgerechnet im christlichen Abendland gestattet unser höchstes Gericht
den islamischen und jüdischen Ritus des "Schächtens". Jeder, der sich mit
Medizin beschäftigt, weiß, wie unsere Mitgeschöpfe damit zu Tode gequält werden.
Hier wird fremden Religionen Vorrang vor unserem Tierschutz eingeräumt.
Alle diese Entscheidungen verstehe ich nicht.
Wenn man heute mit einem Gerichtsverfahren befasst wird, sollte man an ein
altes Sprichwort denken: "Vor Gericht und auf hoher See bist Du allein in
Gottes Hand". Wir mussten nun die schmerzliche Erfahrung machen, dass uns
"Gottes Hand" nicht gnädig war.
Unser Artikel "PKV und ihre Bösachter" hatte hohe Wellen geschlagen.
Eine Versicherung fühlte sich besonders angesprochen und beantragte eine
einstweilige Verfügung, mit der uns aufgelegt wurde, nicht mehr zu
behaupten, die Klägerin hebele mit Gefälligkeitsgutachten zum wirschaftlichen
Schaden ihrer Versicherungsnehmer den Versicherungsvertrag aus und betreibe
dadurch Gewinnmaximierung.
Die uns vertretene Anwältin hatte keine Mühen und Kosten gescheut
und war nach Nürnberg gereist, hatte drei Bösachten im Handgepäck,
mit denen die Klägerin in zwei Fällen die Leistung verweigert
hatte und die inzwischen klageanhängig sind.
Unser Vortrag stieß jedoch beim LG Nürnberg auf taube Ohren.
Es war offensichtlich ein Heimspiel für die Klägerin. Der Senat
wollte hierin keine erlaubte Meinungsäußerung sehen, sondern entschied
nach dem UWG. Für uns völlig unverständlich, denn wir betreiben
keinerlei Wettbewerb zur Klägerin.
So bedauerlich dieser Rückschlag momentan ist, wird er uns jedoch nicht
daran hindern, unseren Mitgliedern weiterhin bei Erstattungsdifferenzen
mit der PKV zu helfen. Unser Standpunkt zu dem leidigen Gutachterunwesen
dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein. Wir werden weiterhin die Augen offen
halten und Missstände anprangern.
Doch unter uns gesagt, wäre vieles einfacher und die Problematik der
Gefälligkeitsgutachter gar kein Thema, wenn unsere Großverbände
in den letzten 20 Jahren alle Ansätze zu diesem Missstand konsequent
von vorn herein ausgemerzt hätten. Leider war das Gegenteil der Fall!
Alle von uns schon namentlich erwähnten Bösachter genießen bis heute
den Schutz und die Rückendeckung ihrer Präsidenten und üben teils
selbst noch Funktionärstätigkeit aus.
Alle anderen Verbindungspräsidenten haben zum Gutachterunwesen ein gespaltenes
Verhältnis. Sie mögen es (angeblich?) nicht, aber sie tun auch nichts dagegen.
Eher sind sie geneigt, mir auch den Maulkorb zu verpassen. Ich muss sogar den
Verdacht haben, dass sie auf Redaktion und Verlag unserer Zeitung
"Einfluss" zu nehmen versuchen, um zu verhindern, dass ich die Bösachter
weiter attackiere und Fehlverhalten von Funktionären aufdecke.
Über Missstände im Berufsstand spricht man einfach nicht, die deckt man
eher mit dem Mäntelchen der Nächstenliebe zu.
Aber nicht mit mir!