Unsere Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 4/2003

Bei meinen häufigen Gesprächen im Kollegenkreis sind immer wieder die Themen Zukunftsangst und wirtschaftliche Existenzprobleme vorrangig. Das erste EURO-Jahr war in der Mehrzahl der Praxen enttäuschend, so dass der Umsatzausfall durchaus Sorgen bereitet. Darüber hinaus führt das heillose Chaos in der Gesundheitspolitik, das uns zwar nur mittelbar betrifft, zu großer Verunsicherung. Tag täglich treffen in unseren Praxen Mitteilungen von Pharmafirmen ein über die Produkteinstellung von Präparaten, wodurch unser Behandlungsspielraum immer weiter eingeengt wird.

Die Aktivitäten der Brüsseler Bürokraten, die wenig Hp-freundlich sind und darauf abzielen, unser HPG auszuhöhlen, bereiten zusätzlich Sorge. Insbesondere deswegen, weil unsere Spitzenfunktionäre, die Damen und Herren Präsidenten, tatenlos dabei zusehen oder gar unsere Situation noch schön reden.Gar keine Frage, die externen Bedrohungen können für uns existenzgefährdend werden. Aber viele Probleme im Berufsstand schaffen wir uns selbst. Nicht erst heute weise ich darauf hin, dass die überkommenen Funktionärsstrukturen dringendst reformbedürftig sind. Diese Reform muss ganz demokratisch von der Basis her erfolgen. Deshalb ist jede(r) Hp gefordert, daran mitzuwirken.

Nehmen Sie an der Jahreshauptversammlung Ihrer Verbände teil. Prüfen Sie Ihre Satzung über demokratische Inhalte, damit es nicht geschehen kann, dass ein Präsident nur von einer "Clique getreuer Gefolgsleute" gewählt wird, nicht aber von der Jahreshauptversammlung, wie erst jetzt wieder geschehen. Ein Präsident muss auch jederzeit von der Mitgliederversammlung abwählbar sein, wenn er seinen Aufgaben nicht gewachsen ist. Kontrollieren Sie die Verwendung Ihrer Beitragsgelder. Lassen Sie nicht zu, dass Verbandsvermögen für die Prozesssucht einiger Funktionäre verschleudert oder in irgendwelchen obskuren GmbH-Gründungen verschleiert wird.