Warum lassen wir uns das gefallen?

von Hp Wilfried Pieper


Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 11/2003

Wenigstens 20 Jahre lang terrorisiert der ehemalige FDH-Funktionär und inzwischen Hp i.R. W. mit seinen Pamphleten, die ich nur als "Bösachten" bezeichnen kann, im Auftrage (und somit in wirtschaftlicher Abhängigkeit) der PKV die Kollegenschaft.

In dieser Zeit hat er für die Patienten und BehandlerInnen unermesslichen finanziellen Schaden angerichtet. Nur selten werden seine Elaborate publik. Wie aber das neueste vom 22. August 2003, das uns vorliegt, gefertigt für die Signal-Iduna, die behandelnde Kollegin drin diffamiert wird, möchte ich mit einigen Auszügen belegen:

"... Lendenwirbelsäulensyndrom und Zervicobrachialsyndrom sind zwar à priori keine Diagnosen, ... einschließlich anderer Diagnosen der Frau XY in ihrem Leistungsdruck wie Gelenkschmerzen, periphere DBS (?), Rheumatismus, Rückenschmerz, ja sogar Osteomyelitis (!!!???) oder gar Immunschwäche (??) und celebraler Insult (?) und einiges mehr..."

"Statt diese angeblichen pathologischen Werte zu interpretieren, wobei ich berechtigte Zweifel äußern darf, ..."

"... ob man dem Labor, hoffentlich sowieso ein Fremdlabor (!) voll vertrauen kann."

"Es genügt sicher die sachverständige Überzeugung, dass die Frau XY mit der Behandlung der Osteomyelofibrose, Osteosklerose, Zustand nach Trauma als Hp'in wohl übernommen haben dürfte."

"Frau XY muss auch schon einmal davon gehört haben, dass man nicht mit Steinen wirft, wenn man im Glashaus sitzt."

"... ist es nicht unschwer, zu der Feststellung zu kommen, dass sich ein Hp damit immer übernimmt..."

"... wobei dann auch die Sprache auf die exorbitante Injektionspolypragmasie kommt."

"Im Übrigen durfte Frau XY eine Kieferentzündung lt. Gesetz und Strafandrohung gar nicht behandeln."

"Hypertonie wird lege artis selbstverständlich nur oral behandelt."

"Im Übrigen sollte Frau XY derartige hochspezifische Untersuchungsanforderungen doch lieber den Fachärzten überlassen."

"So bleibt es weitgehend eine Behandlung ins Blaue hinein, rein spekulativ."

In dieser Tonart geht es weiter über 17 Seiten und endet mit dem Schlusssatz:

"Vorstehendes Gutachten wurde unbeeinflusst, rein sachlich und neutral und nach bestem Wissen und Gewissen erteilt."

Das ist für die Kollegin XY Verhöhnung pur!

Da scheint meine Frage berechtigt: Wie lange müssen wir uns derartige Diffamierungen noch gefallen lassen?

Dass es sich hier um ein medizinisches Fachgutachten handelt, will doch wohl niemand behaupten?!

Wenn ich dazu in einem anderen Versicherungsfall die Klageerwiderung der Versicherungsanwälte lesen muss, die besagt:

"Mit schreiben vom 14.04.87 bedankte sich der FDH-Landesverband NRW bei Herrn W. für geleistete hervorragende Vorstandstätigkeit..."

"Ihren Dank an den Gutachter W. brachten u.a. zum Ausdruck die Deutsche Heilpraktikerschaft e.V.", liegt doch die Vermutung nahe, dass dieser Herr noch immer seine "Bösachten" schreiben kann, weil die Führungsspitze des FDH ihn schützt. Wie lange soll das noch so gehen?! Und wie passt dieses Verhalten zu den großen Sprüchen des FDH-Vorsitzenden, dem ich schon vor etlichen Jahren reichliche Belege zum Gutachterunwesen vorgetragen habe. Taten sind jetzt endlich gefragt!! Der Schaden für den Berufsstand ist groß genug!!

Aber immerhin haben wir kürzlich beim BGH ein Urteil zum 178m VVG erreicht, das besagt, dass die auftraggebenden Versicherungen künftig ihre Gutachten hinsichtlich Identität und Qualifikation enttarnen müssen, damit für den VN die "Waffengleichheit" im Versicherungsvertrag gewahrt bleibt. Vielleicht hilft das weiter! Wir werden jedenfalls auch in Zukunft jeden Gefälligkeitsgutachter demaskieren, auch wenn es sich um einen "Obergutachter" handelt, der offensichtlich wieder tätig geworden ist (Neue Gutachten liegen uns vor), obwohl er vor der Kollegenschaft stets das Gegenteil behauptet.