Eindrücke vom 21. Deutschen Hp-Tag in Düsseldorf

von Hp Wilfried Pieper


Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 5/2004

Unter dem Motto "Naturheilkunde moderne Therapie?!" fand am 27./28. März 2004 der 21. deutsche Hp-Tag im Kongresscenter Düsseldorf statt. Erstmals geleitet vom frisch gewählten KDH-Vorsitzenden Bernd Riemer. Bei sonnigem Frühlingswetter wurde mit 3000 Besuchern gerechnet. Gut besucht waren wieder einmal die 157 Stände namhafter Aussteller der biologischen Pharma-Industrie und Medizintechnik, die stets Magnet sind, der die Kollegenschaft anzieht. Selbst die DKV, die nur ungern Hp-Rechnungen bezahlt, war wieder mit einem Stand vertreten.

Die Stimmung an den Pharma-Ständen war teilweise sehr gedrückt. Keiner kann so recht die Auswirkungen des Gesundheitsreformgesetzes für die Zukunft der Betriebe einschätzen. Die Umsatzentwicklung stagniert - Sparen ist angesagt! Folglich wurden Muster nicht mehr so großzügig wie bisher ausgegeben. Ungewiss ist auch, ob die Industrie den Ausstellungsbesuch in gleichem Umfang aufrechterhalten kann. Man sollte davon ausgehen, dass künftig nur noch attraktive Großveranstaltungen bestückt werden. "Kostensparende Rationalisierung" heißt das Schlagwort, mit dem gleichzeitig auch eine Einschränkung des Außendienstes verkündet wurde. Also, Abstriche überall!

So war selbst das Tagesmotto überwiegend negativ besetzt. Die Podiumsdiskussion war überschattet vom Zukunftsängsten um unseren Berufsstand. Wenn eine fehlerhafte Gesundheitspolitik die Naturheilkunde vom Markt drängt, nimmt man uns das Handwerkszeug. Hinzu kommt, dass die EU-Gesundheitspolitik auch ungewisse Überraschungen bereithalten wird. Einen Hp-Status, wie er uns gesetzlich zugesichert ist, wird es in Europa nicht geben. Daran bestehen schon jetzt keine Zweifel. Weil aber die EU unsere Zukunft diktiert, wurden auch Ausbildungs- und Weiterbildungsfragen unter europäischer Sicht angeschnitten. Nicht nur auf der Podiumsdiskussion, sondern vor allem in den vielen Kollegengesprächen zeigte sich, dass Probleme die Zukunft überschatten.

Bisher war Düsseldorf eine gute Adresse für Hp, um Gedanken auszutauschen, sich weiterzubilden und existenzfördernde Anregungen mitzunehmen. Zu wünschen wäre allerdings, wenn man auch den Gesellschaftsabend dieser sonst gelungenen Hp-Großveranstaltung anpassen würde. "Der Hp tanzt", hieß es vollmundig. Aber die Erwartungen wurden enttäuscht. Dabei ist das gesellige Miteinander in unserem Berufsstand überaus wichtig. Man sollte es nicht vernachlässigen. Ein gelungener Abend in gepflegter Atmosphäre sollte dazu gehören. Hier besteht noch Nachholbedarf!