Hp-Gutachter Mitarbeiter der PKV?

von Hp Wilfried Pieper


Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 1-2/2002

Ja, man glaubt es kaum, da teilt doch die Debeka dem BAV (Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen) auf die Beschwerde eines Patienten hin mit, dass der Hp und FDH-Funktionär Paul Oppel Mitarbeiter (?) ihrer Versicherung sei und somit seine persönlichen Daten schützenswert seinen. Erläutert wurde dazu, dass in diesem Falle der 178 m VVG nicht greift, weil es sich bei den Oppel-Elaboraten nicht um extern eingeholte Gutachten handelt, sondern nur um Meinungsäußerungen zur internen Meinungsbildung des Versicherers. Darüber hinaus stellt die Debeka fest, dass sie verpflichtet ist, sowohl angestellte wie freie Mitarbeiter vor den Beschwerden Ihrer VN zu schützen (siehe Auszug aus dem Brief).

Was war geschehen?

Ein Beamter, der wegen irreversibler Erkrankungen in Frühpension gegangen war, fühlte sich "ausgedoktort" und bemühte einen Hp. Dort erfuhr er zwar auch keine Heilung, aber immerhin so viel Linderung, dass sich seine Lebensqualität deutlich verbesserte. Inzwischen ist die Behandlung ausgedünnt, aber sie bedarf immer noch der Wiederholung.

Die Beihilfe erstattet diese Dauerbehandlung problemlos ohne jegliche Einschränkungen. Doch die Debeka stellte immer wieder fest, dass die fortdauernde Therapie medizinisch unnötig war. Da der Patient sich gegen diese Entscheidung wehrte, bekam er schließlich über seinen Anwalt Einblick in die der Ablehnung zugrunde liegenden "Gutachten".

Es waren mehrere. Inhaltlich wichen sie voneinander ab. Medizinisch laienhaft wurde mit Prozent-Abschlägen argumentiert. Der Patient legte die Machwerke dem BAV vor, verlangte Schutz vor dieser Gefälligkeitsgutachterei und wollte außerdem wissen, wie der "Gutachter" seine Qualifikation erlangt habe. Name und Adresse waren ihm zwischenzeitlich bekannt. Als Antwort bekam er lediglich ein Kopie der Debeka-Stellungnahme, aus der hier zitiert ist, und den freundlichen Ratschlag, eine Zivilklage anzustrengen.

Soweit der Sachverhalt, den wir geprüft haben. Uns liegen alle Unterlagen vor. Übrigens: Zwischenzeitlich hat die Debeka alles erstattet.

Nun ist im Berufsstand die steile Karriere des Herrn Oppel vom Sanitätssoldaten zum FDH-Landesfürsten (Rheinland-Pfalz) nicht verborgen geblieben. Neu und aufschlussreich dagegen war für uns seine (freie?) Mitarbeitertätigkeit für die Debeka. Sie erklärt zumindest die gefällige Art und Weise seiner "Gutachten", die uns vorliegen. Abgesehen davon, dass sie alle den Anforderungen an ein medizinisches Fachgutachten nicht genügen, dürften sie bei jeder Privatklage nutzlos sein, weil sie absolut parteilich sind.

Nun wollen wir uns keineswegs in die Angelegenheiten anderer Verbände einmischen, aber ich gebe zu bedenken, dass dieser "Gutachter" nicht nur seine Mitglieder "beurteilt", sein Geschreibsel diskreditiert die Kollegenschaft bundesweit. Im vorliegenden Fall war ein Hp aus Bayern betroffen. Aber ändern können die Situation nur die Mitglieder des FDH Rheinland-Pfalz, indem sie einen Vorsitzenden wählen, der ihre Interessen vertritt und schützt und nicht einen, der an der Diskreditierung ihrer Arbeit auch noch gut verdient.

Wir anderen Hp sind hier leider machtlos und können derartige Missstände, dass hohe Hp-Funktionäre Mitarbeiter der PKV sind, nur beim Namen nennen.