"Obergutachter" rügt PKV

von Hp Wilfried Pieper


Juni 2002

Ja, es ist kaum zu glauben, der FDH-Vizepräsident, der sich gerne auch "Obergutachter" nennen lässt, hat nach 20 Jahren endlich erkannt, dass die PKV mit Hilfe von Gefälligkeitsgutachten Leistungen verweigert.

In der "Hp-Volksheilkunde" schreibt er dazu auf Seite 43: "Die Universa-Krankenversicherung lehnte die Erstattung biochemischer und spargyrischer Arzneimittel aufgrund einer grundsätzlichen negativen Bewertung durch ihren beratenden Hp ab." So weit der "Obergutachter".

Wir hatten von der Universa die gleiche Verweigerungstaktik behauptet und wurden deshalb von ihr in einen Prozess verwickelt. Wir wollen diesem Verfahren keineswegs vorgreifen, aber den "Bösachter" der Universa wollen wir hier benennen. Es ist der Hp i.R. Edmund Weninger aus Hagen. Seine Pamphlete, mit denen er der Universa gefällig war, liegen uns und mittlerweile auch dem Gericht vor. Die Machart ist seit 20 Jahren gleich geblieben: Behandler diskreditieren - Diagnose anzweifeln - Therapie als Polypragmasie deklarieren - medizinische Notwendigkeit verneinen. Zur Verhöhnung des Behandlers wird dann noch erklärt, dies sei eine Beurteilung aus Hp-spezifischer Sicht!

Immer wieder höre ich von Kollegen, dass es ihnen unbegreiflich ist, dass dieser "Bösachter" so lange ungestraft sein Unwesen treiben konnte. Denn der wirtschaftliche Schaden, den er zum eigenen Profit in der Kollegenschaft angerichtet hat, dürfte unermesslich sein.

Wenn ich dazu auf die Anfragen und Beschwerden der KollegInnen antworten soll, muss ich viele Jahre zurück greifen, als ich gegen ihn Beschwerde führte beim Bundesvorstand seines Verbandes. 1985 hatte mich Weninger in einem "Gutachten" persönlich beleidigend angegriffen, mich in übelster Weise diffamiert und meine Arbeit diffamiert. Der damalige FDH-Präsident Liebau stellte sich schützend vor ihn und der Vizepräsident (s.o.) "bürstete" mich mit einem arroganten Schreiben ab. Aber es kam noch besser: er fertigte noch schnell für das LG Bielefeld ein "Obergutachten" an, in dem er Weningers polemische Beurteilung voll inhaltlich bestätigte. Das Gericht berief dann einen Arzt der Hufeland-Gesellschaft als Gutachter, der meine Arbeit positiv bewertete, so dass meine Patienten zu 100 Prozent ihre Erstattung bekamen.

Die beiden Herren Hp-"Gutachter" nannte er "unbedarfte medizinische Laien". Ich habe dann die Präsidenten der großen Verbände mit diesem Urteil vertraut gemacht, aber wie Sie sehen, "beurteilen" diese Herren "Gutachter" heute noch. Weiterhin stehen sie unter dem Schutz ihrer Präsidenten, erst Liebau, jetzt Zizmann. Auch der VDH-Präsident klüngelte in diesem Konzert mit.

Einzig hier allein liegt die Ursache, dass dem Gutachterunwesen in unserem Berufsstand bis heute nicht beizukommen war. Wenn Funktionäre - und das betrifft auch den Ex-FDH-Funktionär Oppel - gleichzeitig "Gutachter" im Auftrag der PKV sind, bringt das stets Nachteile für die Behandler. Dabei haben sie sich verpflichtet, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Wenn nun der Herr FDH-Vizepräsident und "Obergutachter" uns Behandler aufruft, "keine voreiligen Schritte zu tun" und "sich an ihren Verband zu wenden", ist das purer Hohn. Er hat nämlich 20 Jahre versäumt, diesbezüglich etwas für seine Mitglieder zu tun. Heute hat er folglich seine Glaubwürdigkeit verspielt. Es ist schon ein Unding, dass die DDH seinen Interessenkonflikt nicht erkennt und ihn nach wie vor in ihrer Gebührenkommission belässt. Ebenso sind seine Vorträge über die Anwendung des GebüH nicht glaubhaft, wenn er sie als "Gutachter" in Frage stellt, bzw. als "Obergutachter" zulässt, wie "Gutachter" Weninger, Mertgen, Oppel und Rüller unsere Liquidationen zerfleddern.

Wenn ich diese Fakten deutlich beim Namen nenne, sieht das Herr "Obergutachter" gar nicht gerne. Seine Anwälte haben mir wieder einmal eine Klageandrohung zugesandt. Da er in diesem Zusammenhang schon einige Male an Erfahrung gewonnen hat, sehe ich dieser Drohung gelassen entgegen. Denn ich behaupte immer nur, was ich auch belegen kann.