GKV oder PKV

von Hp Wilfried Pieper


Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 11/2002

Die Angst der Ärzte ist unbegründet. Es wird keine Zulassung für Hp zur GKV geben. Dazu bedürfte es der Änderung des HPG, was niemand ernstlich will, die Politiker nicht und die Heilpraktikerschaft auch nicht. Die bisherige und künftige Regierung wird sich mit diesem Thema nicht befassen. Sie steht nämlich vor leeren Kassen. Ich weiß auch nicht, ob es für unseren Berufsstand gut wäre, auf Chip-Karte zu behandeln. Aber weil die Gesundheitspolitik so hoffnungslos festgefahren ist, muss sich etwas ändern.

Krankheit ist nicht mehr bezahlbar, Vorsorge wird nicht bezahlt und die Zweiklassenmedizin, die der Kanzler laut Wahlkampfaussage nicht will, haben wir längst. Sollte es tatsächlich zu einschneidenden Gesundheitsreformen kommen, wird auch unser Berufsstand von den Auswirkungen betroffen sein. Die Erhaltung der Gesundheit kommt auch der PKV teuer zu stehen. Die Menschen werden älter, aber nicht gesünder, und die Therapien vor allem werden teurer. Bei den Gesellschaften der PKV, die auch Lebensversicherungen anbieten, zeichnen sich drastische finanzielle Engpässe ab, weil die Börsengeschäfte dieser Versicherer ungünstig gelaufen sind. Folglich wird bei der PKV nicht nur über Prämienerhöhung nachgedacht, sondern auch über Leistungskürzung. Der Trend ist einheitlich, aber trotzdem gibt es zwischen den einzelnen Gesellschaften Unterschiede. Einige verweigern rigoros, andere kürzen moderat, wieder andere zahlen mit Kulanz-Vorbehalt.

Wenn aber, wie wir erst kürzlich wieder erfahren mussten, nur Hp-Liquidationen verweigert werden, bei den Ärzten aber kulant reguliert wird, ist etwas nicht in Ordnung und bedarf der Klärung. Denn immerhin wurde mit der PKV vereinbart, dass auf der Grundlage des GebüH `85 geleistet werden soll. Es ist auch nicht anzunehmen, dass alle abgelehnten Hp-Rechnungen falsch oder überhöht waren. Wenn jetzt ein Vizepräsident der FDH darüber klagt, dass die PKV immer häufiger Hp-Rechnungen nicht bezahlt, glaube ich zu träumen. Sollte hier tatsächlich ein Saulus zum Paulus geworden sein?

Mit diesem Hinweisen hat der Vize allerdings Recht. Nur sein Umdenken kommt 20 Jahre zu spät! Es ist wirklich allerhöchste Zeit - bereits nach zwölf, dass sich unsere Spitzenfunktionäre endlich zusammenraufen und mit dem Dachverband ein klärendes Wort sprechen. Die Ankündigung der Politik, man wolle nun auch die Höherverdienenden in die GKV zwingen, dürfte das Defizit kaum ausgleichen, dafür aber die PKV deutlich schwächen. Diese Regelung würde auch unsere Patientenklientel nachhaltig treffen.

Da wir als Volksgemeinschaft alle in einem Boot sitzen, sollten wir, nachdem der Pulverdampf der Wahlschlacht abgezogen ist, unsere frisch gewählten Politiker nicht aus der Pflicht entlassen, ihre Wahlversprechen einzuhalten.

Fordern Sie also von unseren Kandidaten nachhaltige Reformen, möglichst öffentlich über die Medien und legen Sie immer wieder und unermüdlich den Finger in die Wunden. Fordern Sie erhaltene Zusagen ein.