Jahreshauptversammlung 2002


Wie alle Jahre fand die diesjährige Jahreshauptversammlung wieder im Hotel "Kaiserhof" in Porta Westfalica statt. Nach dem gemeinsamen Frühstück, zu dem der Verband traditionell einlädt, begann um 10 Uhr der offizielle Teil mit einer Gedenkminute für das verstorbene Fördermitglied Willi Ehreke. Anschließend folgte der Geschäfts- und Kassenbericht, vorgetragen vom Geschäftsführer Wilfried Pieper, der zunächst die von weit angereisten Mitglieder besonders herzlich begrüßte, dabei aber gleichzeitig bemängelte, dass die Kollegenschaft aus nächster Nähe nicht den gleichen Tagungseifer zeigt. Trotzdem war die Veranstaltung gut besucht.

Hp Pieper ging zuerst auf die aktuelle Berufspolitik ein. Dabei erläuterte er die Umstellung des GebüH auf Euro. Ferner kritisierte er, dass es den großen Verbänden infolge ihrer Zerstrittenheit untereinander einfach nicht gelingen will, Probleme der Zukunftssicherung des Berufsstandes zu lösen. Im zurückliegenden Jahr gab es kein Vorwärts bei einer gemeinsamen umfassenden Ausbildung.

Ebenso wenig wurde das Problem "Qualitätssicherung" gelöst. Die Verbände konnten sich untereinander nicht einigen, der Gesundheitsminister-Konferenz der Länder ein schlüssiges Konzept vorzulegen. Der Grund dafür dürfte die heillose Zerstrittenheit unter den Spitzenfunktionären sein.

Hp Pieper sprach auch ausführlich über die chaotische derzeitige Gesundheitspolitik, die in ihren negativen Auswirkungen auch die Heilpraktikerschaft berührt. Leistungseinschränkungen, die die Regierung für die GKV vorgibt, werden auch von PKV und Beihilfe übernommen und engen unseren Abrechnungsspielraum ebenfalls ein. Damit kamen die Leistungsdifferenzen zur Sprache, bei denen sich der Verband um Vermittlung zwischen PKV und Patienten bemüht. Die Zahl der Erstattungsverweigerungen ist nahezu inflatorisch angestiegen. Einige Versicherungsgesellschaften tun sich dabei besonders hervor.

Derzeit ist der Arbeitsaufwand in der Geschäftsstelle kaum zu schaffen, so dass die Mitglieder Wartezeiten bei der Bearbeitung in Kauf nehmen müssen. Leider sind die Versicherungen einvernehmlichen Lösungen immer weniger aufgeschlossen, so dass auch etliche Prozesse anhängig wurden. Dazu geben wir die Akten an im Versicherungsrecht versierte Rechtsanwälte weiter.

Bei der Vorstellung des Kassenberichtes wurde deutlich, dass auch der Verband ein schwieriges Jahr zu bewältigen hatte. Obwohl der Vorstand äußerst sparsam gearbeitet hatte, und in fast allen Sparten die Kosten senken konnte, rissen Prozesskosten, Rechtsberatung und die Einrichtung des Internet ein großes Loch in die Verbandskasse.

Von der Universa-Versicherung wurde die Heilpraktiker-Berufshilfe verklagt, weil wir veröffentlicht hatten, dass auch sie mit "Bösachten" Leistungsverweigerung betreibt. Da uns hierzu mehrere Elaborate vorliegen, in denen Behandler mehr als mies diffamiert werden, dürfte der Ausgang des Prozesses für alle BehandlerInnen interessant sein. Außerdem droht uns der selbst ernannte "Obergutachter" erneut mit einer Klage. Um gegen plötzliche Prozesskosten besser gewappnet zu sein, beschloss die Versammlung, einen Prozesskosten-Fonds einzurichten, der aus einer zu erhebenden Bearbeitungsgebühr für Leistungsreklamationen gespeist werden soll.

Bei der Einrichtung des Internet handelt es sich um eine einmalige Ausgabe, die sich in der Höhe nicht wiederholt, aber wichtig für unsere Fachgesellschaft ist. Die Mitgliederversammlung beschloss darüber hinaus, den Jahrebeitrag geringfügig aufzurunden. Die Jahreshauptversammlung wählte einen neuen Kassenwart.

Drei interessante Referate rundeten die Tagung ab:

Mark Schröder von der cow-company! sprach über aktuelle Details des Internet und erläuterte den Mitgliedern nochmals die Möglichkeit, dort auch die eigene Praxis darzustellen. Anschließend referierte Hp Hartmeier über die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit OPC. Zum Abschluss führte uns Hp Stöbe mit einem spannenden Vortrag durch die Mythen der Völker zu den Wurzeln der Medizin. Eine gelungene Veranstaltung, von der alle zufrieden abreisten. (W.P.)